Können billige Marker so gut wie Copics sein? Auch wenn heute Freitag der 13. ist, das muss kein böses Omen für die günstigen Marker sein. Was die Billigmarker von Action so können (und was nicht), erfährst du in meinem Artikel.
Das findest du in diesem Artikel:
Billige Marker so gut wie Copics?
Können billige Marker so gut wie Copics sein oder kauft man da grundsätzlich minderwertigen Mist, den man nicht gebrauchen kann? Ich bin da, zugegeben, nicht ganz unvoreingenommen in meinen kleinen Test rein gegangen, und konnte es kaum glauben! Aber ich will nichts vorweg nehmen, der Artikel soll sich ja noch zu lesen lohnen. 😀

24 Marker für unter 7 € – wo gibt’s denn so was?
Als ich Ende September mit meinen Mann einen kleinen Spaziergang unternommen habe, zog es uns beide wie magisch in den Action Shop hinein. Bei dem Kreativkram hatte ich schon das ein oder andere Mal gestöbert. Diesmal machte mich mein Mann auf die Marker aufmerksam, die es im Angebot gab. Erst winkte ich ab „hab ich schon zu viele von“, als ich aber den Preis sah, dachte ich mir „ok, für das Geld kann man nix falsch machen“, und nahm ein 24er Set Billigmarker mit.
Genau genommen hat das Set jetzt 6,95 € gekostet – ein Preis von nicht einmal 30 Cent pro Stift! Und bevor mir nachher keiner glaubt, hier ein Foto von dem Kassenbeleg:

DécoTime Twinmarkers Test und Review
Zuhause konnte ich es kaum erwarten die Marker auszuprobieren (vorab musste die jungfräuliche Packung aber noch durch ein Fotoshooting 😀 ). Wie gesagt, ich habe nichts von diesen Markern erwartet, ich konnte also nur positiv überrascht werden oder mein niedriges Erwartungslevel bestätigt sehen.
Die Optik von Verpackung und Stiften
Fangen wir bei dem Offensichtlichen an; dem Aussehen.
Verpackt sind die 24 Stifte in einer schwarzen Box mit transparentem Deckel. Man kann die Stifte also bereits vor dem Auspacken gut erkennen. Ein kleiner Tragehenkel ist auch noch montiert.
Der Stift selbst erinnert in seiner Optik stark an die alte Version des Touch Twin Markers (und ebenso an den Molotow Basic Sketcher, der mich auch schon an die Touch erinnerte). Die Form des Markers ist also alles andere als revolutionär. Auf einer Seite ist eine dünne Spitze und auf der anderen eine bereitere Keilspitze. Der Marker selbst ist schwarz, hat schwarze Deckel auf denen ein farbiger Absatz ist, der die zu erwartende Markerfarbe widerspiegelt. Auf der Kappe steht dann auch Farbnummer und Farbname. Die Seiten sind mit einer kleinen Zeichnung auf dem Stift selbst markiert.

Twinmarker vs. Touch Twin Marker
Abgesehen von der Optik des Stifts, fiel mir beim ersten Betrachten der Stifte auf, dass mir die Namen der Farben und das Schema mit der Farbnummer, irgendwie bekannt vorkam. Das habe ich doch schon mal gesehen! Nur wo? Ach ja! Die Touch Twin Marker an dessen Design sich ja sehr viele noName Marker orientieren!
Also habe ich in meinen Koffern gekramt und just den passenden Stift zu dem günstigen Twinmarker heraus gesucht, den ich bereits begutachtete.

Farbnummer und Farbname stimmten (in dem Fall) tatsächlich überein! Aber ist es auch wirklich die gleiche Farbe? Ein Schnelltest brachte die Erkenntnis: Nö! Aber nur, weil es bei einem Stift so ist, muss es nicht auch für die anderen gelten. Deswegen habe ich mir mal den Spaß erlaubt in meinen 3 Touch Koffern nach den 24 23 Farben der Twinmarkers zu suchen (Blender macht ja keinen Sinn).
Und da gescannte Bilder die Farben immer nur so halbwegs real wiedergeben, habe ich noch ein Foto von beiden Blättern nebeneinander gemacht. Da ich bei den Touch zum Teil 10 Jahre alte Marker verwendet habe, kann es sein, dass bei manchen die Farbe nicht mehr ganz so brillant ist wie zu Anfang (bei 25 Salmon Pink stimmt das Lachsfarbige nicht mehr so ganz).

Insgesamt ähneln sich nur wenige Farben, in der Summe sind diese doch sichtbar anders. Die bei Touch durchgestrichenen Felder hatte ich übrigens nicht als Touchfarbe vorliegen.
Farbchart zum Herunterladen
Farbchart DécoTime Action Marker 24er Set
Blendertest
Wenn man schon einen Blender mitgeliefert bekommt, kann man diesen ja auch gleich mit testen. Ich habe nur einen kleinen Schnelltest gemacht um zu sehen wie gut das mit dem Blender überhaupt funktioniert. Dazu habe ich einmal mit dem Blender einen Bereich vorbereitet und mit Farbe darüber gemalt, dann das Ganze umgekehrt und dann mit dem Blender Bereiche einer farbigen Fläche übermalt.
Grundsätzlich kann ich nicht sagen, dass mir bei dem Blender irgendwas Besonderes aufgefallen wäre. Er funktioniert, wie er soll. 😉

Vergleich gemalte Farbe zwischen Kappenfarbe
Dann habe ich mir noch die Mühe gemacht auch für diese Marker gegen zu prüfen ob die Kappenfarbe mit der tatsächlich gemalten Farbe wenigstens halbwegs übereinstimmt.

Es gibt Farben, da passt die Kappe mit der gemalten Farbe relativ gut überein (z.B. 104 Brown Grey). Und dann gibt es Farben, da stimmt die gemalte Farbe mit der Kappe so gar nicht überein (z.B. 25 Salmon Pink). Es ist also ratsam sich vorab ein Farbsheet anzulegen um sich anhand der gemalten Farbe zu orientieren und seine Marker beim Malen auszuwählen.
Twinmarker vs. Markenmarker
Nachdem ich die Twinmarker eben mit den Touchmarkern verglichen hatte, was mir am Offensichtlichsten erschien, habe ich noch meine anderen Marker raus gekramt um auch diese miteinander zu vergleichen. Im Folgenden geht es also darum, wie unter anderem die Artikelüberschrift ankündigt, wie die Unterschiede zu Copic, Copic Ciao, Stylefile, Touch Twin, Alpha Design, Delta Rotbart, Molotow Basic Sketcher, Spectrum Noir und Fluxor Marker aussehen. Die Twinmarker stehen also im direkten Vergleich mit 8 weiteren Marken!
Direkter Malvergleich
Ich habe mir von jeder der 9 oben erwähnten Stifte (9, weil ich Copic Ciao oben nicht mit gezählt habe) jeweils einen gelben und einen roten Stift geschnappt und erst mit der einen Sorte und dann direkt mit den Twinmarkern gemalt (mehr dazu in meinem Video).

Farbauftrag & mischen
Wie jedes Mal, wenn ich eine neue Markersorte teste, habe ich auch diesmal ausprobiert wie viele Schichten ich übereinander malen kann um noch eine weitere Farbnuance zu erzielen. Weil alle anderen Marker bislang nie mehr als 5 Schichten geschafft haben, habe ich auch hier nur 5 Felder angelegt. Der Unterschied zwischen Feld 4 und 5 ist auch nicht mehr ganz so groß.

Außerdem habe ich wieder die Farben mit den anderen Markern gemischt um zu sehen ob sich diese grundsätzlich miteinander vertragen. Da alle Marker auf Alkoholbasis sind, lässt sich auch jeweils die Farbe des anderen Stiftes vermalen. Bei dem einen Stift klappt dies besser als bei dem anderen, das hängt davon ab wie feucht der jeweilige Farbauftrag gewesen ist.
Beispielbild mit Copic & Twinmarkern
Dieses Beispielbild habe ich noch einmal als direkten Copic vs. Twinmarker Vergleich gesehen und nur diese beiden Marken benutzt. Der Kürbis ist komplett mit Copics entstanden, ebenso der dunkle Teil des braunen Baumstumpfa. Das Grau des Nilpferds sowie einige Details sind mit Twinmarkern gemalt. Die grüne Wiese habe ich wiederum mit Copic gemalt. Beim Schriftzug habe ich mich Buchstabe für Buchstabe abgewechselt. Ich fand grade bei einem Testbild erkennt man besonders gut, dass billige Marker so gut wie Copics sein können.

Videoreview: Sind Billige Marker so gut wie Copics?
In diesem Video zeige ich meine Tests und schildere meine Eindrücke, die ich während des Malens hatte.
Mein persönliches Fazit
Eigentlich könnte ich mein Fazit auch recht weit oben bzw. als erstes Schreiben, denn ich habe recht schnell heraus gefunden, dass es sich hier um gute Marker handelt – ich war also ernsthaft positiv überrascht (!) und kann bestätigen; Ja, billige Marker SIND so gut wie Copics. 😉
Ich hatte ehrlich gesagt, ausgetrocknete und farbschwache Marker für den Preis erwartet, aber im Gegenteil, die Farben waren erstaunlich feucht und farbintensiv. Aussetzer gab es auch nicht beim Malen, sondern sie waren recht zuverlässig und erfüllen die Ansprüche.
Der Alkoholgeruch war nicht sehr streng im Gegensatz zu anderen Marken. Ganz ohne Geruch gehts natürlich nicht, aber er war eher dezent und nicht penetrant, wie ich fand.
Und auch die Malspitzen waren recht angenehm. Ich finde, sie sind etwas weicher als die Spitzen der Copics aber nicht so weich wie die der Alpha Marker, sondern genau dazwischen. Wie weich oder wie fest die Spitzen sein sollen, ist auch jedermanns persönliches Empfinden, ich mags lieber etwas weicher und nicht so hart wie die Copicspitzen. Erwartet hatte ich auch, dass sich die Spitzen leicht herausziehen oder eindrücken lassen würden während des Benutzens, aber auch hier Fehlanzeige! Läuft alles wie es soll. 😉

Gibt’s keinen Haken?
Wie bei den Touchfive Markern gibt es auch hier keine konkreten Daten zur Herstellung bzw. vom Hersteller. Wenigstens ist hier ein Vertrieb bzw. Markenname angegeben (DécoTime). Aber genau wie bei den Touchfive habe ich Zweifel, dass es hier ein zuverlässiges und gleichbleibendes Sortiment gibt. Grade bei so Aktionsshops wie Action einer ist, werden überwiegend Restposten und andere B-Waren verkauft. Es ist also nicht gesagt, dass man in 3 Jahren noch Marker bekommt. Direkt einzelne Marker nachkaufen kann man jetzt auch nicht. Es gibt zwar auch 3er Packs, aber auch hier stellt sich die Frage wie langfristig diese zu haben sein werden. Und selbst wenn man sich in einigen Jahren noch Marker nachkaufen kann, ist noch längst nicht gesagt, dass die gemalten Farben dann auch identisch sind. Hier sind Marken eindeutig im Vorteil, da man auch eine höhere Zuverlässigkeit mit im Preis inbegriffen hat.
Auch sind die Marker nicht nachfüllbar und die Spitzen nicht wechselbar. Ob dies nötig ist, kann ich nicht sagen, das wird sich zeigen, wenn ich die Marker längerfristig benutze (sollten sich da neue Erkenntnisse ergeben, werde ich sie hier ergänzen).
Einige kleine Mängel weisen diese Marker auch noch auf. Zum einen löst sich die aufgedruckte Beschriftung an Marker und Kappe recht schnell. Zum anderen finde ich, dass sich die Kappen, besonders am Anfang, ungeheuer schwer abnehmen lassen. Hier muss man die Stifte auf jedenfall einarbeiten. Dann ist mir zumindest bei einem Stift aufgefallen, dass die Keilspitze nicht sehr schön geformt war – die Einheitlichkeit der Form ist also nicht unbedingt gegeben. Das sind in der Summe aber eher kleinere Mängel, die bei dem Preis noch in Ordnung gehen.
Für wen sind die Twinmarker geeignet?
Wer nur ein schmales Budget hat bzw. noch nie mit Layoutmarkern gearbeitet hat und sich unsicher ist, ob dieses Material etwas für einen ist, der kann bei dem Preis wirklich nichts falsch machen. Billige Marker so gut wie Copics? Ja, mit Abstrichen, die nur Langzeitanwender wirklich stören dürften. Gelegenheitsanwender und Neueinsteiger können mit den DécoTime Twinmarkern erste Eindrücke von dem Medium Alkoholmarker allgemein sammeln und auch durchaus Spaß am Malen entwickeln. 😉
Andere Artikel zum Thema
- Twin Touch Marker
- Alpha Design Marker
- Rotbart Delta Marker
- Copic und Copic Ciao
- Molotow Basic Sketcher
- Stylefile Marker
- Chameleon Color Tones
- Spectrum Noir
- Fluxor Marker
Zusammenfassende Artikel
- Der ultimative Markervergleich
- Markerpapier im Vergleich
- Preisentwicklung von Markern
- 8 Dinge, die du über Marker wissen solltest
- Was brauche ich alles, wenn ich mit Markern malen will?
Weiterführende Links
- Ich habe auf meiner Webseite noch ein Tutorial wie man mit Markern coloriert.
- Forendiskussion über verschiedene Layoutmarker





















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