Kind malt in Ausmalbuch

Warum zeichnest du?


Warum zeichnest du? Hast du dir selbst diese Frage überhaupt schon einmal gestellt? Nun, ich stelle sie mir selbst zwar auch nicht, aber ich frage mich, was die Motivation hinter anderer Leute Motivation sein könnte. ^^

Warum zeichnest du?

Eigentlich weiß man ja, warum man zeichnet. Oder nicht? Daher stellt sich vielleicht nur ein Bruchteil der Künstler selbst die Frage: Warum zeichnest du? Wahrscheinlich am ehesten diejenigen, die große (berufliche) Pläne damit verfolgen. Wie realistisch diese sind, kann man nicht sicher beantworten. Es ist halt wie in vielen Dingen, die Konkurrenz schläft nicht.

 

Deine Motivation

In diesem Artikel soll es nicht darum gehen eine Motivation zu verurteilen oder in den Himmel zu loben. Hier soll es um meine subjektiven Beobachtungen und Überlegungen gehen, die mir so manches mal im Kopf aufploppen.

Vielleicht ist deine persönliche Motivation gar nicht in diesem Artikel erwähnt worden? Fände ich spannend. Daher wärst du herzlich eingeladen sie mir als Kommentar zu schreiben.

Andererseits wirst du dich vielleicht unten wieder finden, ganz oder zumindest teilweise. Irgendwelche universellen Aussagen kann man ja eh nie ganz über einen Menschen stülpen. Daher arbeiten ja auch besonders gerne Künstler mit Stereotypen um sie vorzuführen und stellen überspitzt dar, damit es der letzte kapiert: irgendwas davon steckt auch in dir. Aber das ist keineswegs böse gemeint (auch in diesem Artikel nicht), sondern die Reflexion des Künstlers, eben seine Sicht auf die Welt. 😉

 

Für andere oder dich selbst?

Am wahrscheinlichsten treffen ja sowieso mehrere Gründe zusammen zu. Ich erkenne meine Motivation zu zeichnen jedenfalls in mehreren der unten stehenden Punkte. Grob lassen sich aber zwei Gruppierungen zusammenfassen: entweder man zeichnet für sich selbst, oder man denkt irgendwie immer an andere (nicht selten natürlich beides).

Kind malt in Ausmalbuch
Kind malt in Ausmalbuch

 

Aus Spaß an der Freude

Wenn man nicht grade aus irgendwelchen Gründen zeichnen muss, dann sollte der Spaß grundsätzlich der Grund sein, der an erster Stelle steht, warum man zeichnet. Und klar macht zeichnen Spaß. Es entspannt, wenn man gedankenverloren sich detailverliebt einem Motiv stundenlang widmen kann. Oder man geht eben gerne auf Tuchfühlung mit dem Malmedium und probiert da alles aus, geht an seine (und die des Materials) Grenzen und darüber hinaus. Das sind gradezu therapeutische Effekte, weshalb Zeichnen und Malen sehr oft Teil von Therapien darstellen.

Es macht aber auch stolz, wenn man das Ergebnis am Ende sieht. Was mich zu meinem nächsten Grund führt…

 

Der Ehrgeiz sich zu verbessern

Der persönliche Ehegeiz sich zu verbessern ist ein großer Motivator für die meisten Zeichner. Was am Ende des Übungswegs steht, ist unterschiedlich. Den Weg dorthin müssen alle aber beschreiten und jeder auf seine ganz individuelle Weise. Während die einen sich vom Spaß treiben lassen, verfolgen andere (teilweise recht verbissen) ihren Weg. Nicht selten stehen die eigenen Ansprüche in demselben, weshalb es zu Blockaden kommen kann.

Aber die Freude darüber zu sehen, was man geschafft hat, wozu man in der Lage ist und wie sehr man sich verbessert hat, ist sehr viel Motivation – übrigens nicht nur beim Zeichnen. 😉

 

Fame & Social Media oder Wettbewerb

Warum zeichnest du? Darauf sagen andere dann: um berühmt zu werden! Gut, zugegeben hat das (zumindest mir gegenüber) noch keiner so direkt. Aber die unterschwellige Hoffnung schwimmt ja bei vielen Künstlern irgendwie doch mit.

Aus diesem Grunde gehen viele in die sozialen Medien und posten sich die Finger wund. Je besser und beeindruckender das Bild ist, umso besser. Ja, finde ich auch regelmäßig sehenswert und als Ansporn selbst mehr zu üben oder Neues auszuprobieren. Allein mir fehlt die Zeit so viel zu zeichnen. Ganz ernsthaft, wie bringt man das neben Beruf / Schule, Haushalt und anderen Verpflichtungen noch in seinen Alltag? Allein dafür gebührt Respekt, weniger für die tollen Bilder.

Social Networks
Soziale Netzwerke

Und weil die Bilder ja alle „frisiert“ und optimiert sind um möglichst toll auszusehen, lösen sie Wettbewerbsgefühle bei einigen Betrachtern aus. Der oben erwähnte Ehrgeiz sich selbst zu verbessern ist dabei die positive Variante.

Ich kann aber auch sehr gut verstehen, wenn sich einige von den tollen Bildern niedergeschlagen fühlen und den Mut verlieren weiter zu zeichnen. So getreu dem Motto „so gut wie die werde ich nie“. Sag sowas nicht! Denk dir lieber: „Tolles Bild! Aber: muss ich auch so gut werden? Reicht es mir nicht, dass mir das Zeichnen Spaß macht und ich anderen eine Freude machen kann?“.

 

Warum zeichnest du? Um anderen zu helfen!

Da sind wir schon beim nächsten Punkt: anderen helfen oder ihnen eine Freude machen. Ob ein Geschenk oder um etwas darzustellen, weil die wörtliche Erläuterung alleine nicht reicht. Die meisten Zeichentalente schlummern unentdeckt und ungenutzt in einem und treten dann erst zutage, wenn man etwas bildlich veranschaulichen will. Ein guter Start für ein neues Hobby!

Beim verschenken von Bildern haben einige von uns Zeichnern leider auch schon die enttäuschende Erfahrung machen müssen, dass das Geschenk nicht wertgeschätzt wurde. Da wurde kritisiert, geheuchelt oder gleich abgelehnt. Man weiß gar nicht was schlimmer ist, erst Recht wenn man so viel Zeit, Mühe und Arbeit in ein Bild gesteckt hat und eigentlich richtig stolz darauf war. Wenn man ein Bild, das man geschenkt bekommt, nicht mag, kann man in solchen Fällen eigentlich nichts richtig machen. Ehrliche Freude wäre natürlich das Schönste, aber die hat leider nicht jeder immer…

 

Als Lebensunterhalt oder irgendwann mal dafür

Kommen wir zu der letztem möglichen Antwort auf die Frage „Warum zeichnest du?“, dem Geldverdienen. Ohne Moos ist ja bekanntlich nix los, und dass es Berufskünstler gibt, ist ja kein Geheimnis. Dieser Beruf hat sich vielmehr in den letzten Jahrtausenden schwer gewandelt und hat sich vom Handwerker weg hin zum Künstler und zurück zum Handwerker und parallel zu beidem entwickelt – oder so ähnlich. 😀

Wollte der Pharao seine Hieroglyphen in der Pyramide, der Papst göttliche Fresken an der Sixtinischen Kapelle oder der Herrscher ein Portrait für seine Ahnengalerie, so beauftragte er stets einen Künstler, der gleichzeitig ein Handwerk ausübte. Alle ließen sich gut entlohnen und Raphael galt beispielsweise in seiner Zeit als einer der reichsten Künstler der Welt.

Dass Künstler aber schon zu Lebzeiten reich werden ist allerdings die Ausnahme. Das war früher so, das ist heute so und das wird es auch in Zukunft bleiben. Besonders berühmt gewordene Künstler konnten nicht einmal ihren eigenen Ruhm genießen, da dieser erst nach ihrem Tod so richtig reifte. Vielmehr hinterließen sich Werke, die dann Millionen wert waren und die Erben erfreuten.

Eigentlich möchte man ja noch zu Lebzeiten Geld verdienen und selbst erstellte künstlerische Werke sind grade in der heutigen Zeit reizvoller denn je. In einer Zeit, in der Drucke immer billiger werden und den Flair des Besonderen verlieren und als Geschenk nur noch unpersönlich daher kommen, macht ein handwerklich gezeichnetes oder gemaltes Bild auf jedenfall einen Unterschied.

Aber wie wird man ein Künstler, der von seiner Kunst leben kann? Nun, das ist die Frage, die jeder für sich beantworten muss. Ohne Fleiß und Ehrgeiz geht natürlich nichts, auch nicht als Künstler. Wenn es aber in Stress und Arbeit ausartet und jeglichen Spaß an der Sache zunichte macht, muss sich jeder selbst die Frage stellen, ob es ihm das Wert ist.

Kommentare

2 Antworten zu „Warum zeichnest du?“

  1. Avatar von Heike Birkenbusch

    Moin Steffi,
    vielen Dank für die Frage und den Denkanstoß. Ja, warum zeichne ich eigentlich? Dazu kann ich nur sagen, dass ich nicht das typische „ich-habe-schon-immer-gemalt-und-gezeichnet“-Kind war. Die Freude am Zeichnen habe ich erst recht spät, mit 25 Jahren, entdeckt. Die ersten Versuche waren noch mit einem alten Malblock und dem Pelikan-Wasserfarbkasten aus der Schulzeit.
    Im Bekanntenkreis fand man meine Sachen gut und das gab mir den Ansporn, besser zu werden. Ich bin in eine Buchhandlung gegangen und habe dort in der Hobby-Abteilung gestöbert und war überrascht, was es da für eine große und gute Auswahl gab. Ich habe mir gleich drei oder vier Bücher mitgenommen und von da an mehr oder weniger regelmäßig geübt.
    Als erstes habe ich in eine bessere Ausrüstung investiert. Mir war nämlich bis dahin gar nicht klar, dass es Bleistifte in verschiedenen Härtegrade gibt. Von der Papierauswahl ganz zu schweigen.

    Das ist jetzt 37 Jahre her. Ich kann also sagen, dass der erste Ansporn war, besser zu werden. Inzwischen sind noch weitere hinzugekommen. Da wären: Ich möchte damit Geld verdienen, ich möchte meine Kunst auf Ausstellungen zeigen, ich möchte kostenlose Inhalte bieten, um anderen den Einstieg zu erleichtern und ich möchte auch Online Kurse (zu einem späteren Zeitpunkt – ist aber schon in Vorbereitung) geben, um damit auch Geld zu verdienen.

    Geld verdienen mit einer Tätigkeit, die einem liegt und Spaß macht, gefällt mir gut. Dennoch gebe ich auch gerne kostenlosen Inhalt raus. Das ist meine Art, mich für all die kostenlosen Tipps, Ratschläge und Tutorials aus dem Internet zu bedanken, die mir geholfen und mich weitergebracht haben. Das Internet hat sich durch Social Media stark verändert. Leider nicht zum Besseren. Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser Gedanke, Inhalte kostenlos zur Verfügung zu stellen, wieder neu greifen würde. Darum hat es mich sehr gefreut, dass du meine Seite gefunden und bei mir kommentiert hast.

    Bunte und kreative Grüße von der Nordseeküste
    Heike

    1. Avatar von Stefanie

      Hallo Heike,
      das ist auch mal ein interessanter Werdegang. 🙂
      Auf jeden Fall ist es klasse, wenn man so viel positives Feedback bekommt, dass man den Ansporn hat, sein Hobby „so richtig“ anzugehen.

      Bei „alten Malblock und dem Pelikan-Wasserfarbkasten“ musste ich erst mal schmunzeln, denn das sind so Materialien, die finde ich aus aktueller Warte heraus, nicht einmal für Kinder zumutbar. Aber genau das ist es, womit man am Anfang konfrontiert wird, weil die klassischen Läden, wo man sich für die Schule so eindeckt, eben diesen ersten Hobbybereich anbietet.

      Grade bei Papier bin ich inzwischen extrem wählerisch geworden, da können die Stifte für mich schon fast egal sein – na gut, egal nicht, man will ja nicht mit dem billigsten Zeug auf dem super teuren Papier malen, das macht ja auch keinen Sinn. Aber ohne gutes Papier geht bei mir gar nichts mehr. ^^

      So, und ich möchte auch unbedingt mehr in deinem Blog rein schauen. Ich muss echt aus meiner Echokammer raus kommen und mich wieder mehr mit anderen Bloggern vernetzen, das hat mir irgendwie gefehlt die letzten Jahre.

      LG Steffi

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