Tiere realistisch zeichnen – Grundlagen (Elena)

Tiere realistisch zeichnen: Hallo zusammen, zunächst einmal ein Dankeschön an die liebe Steffi/Nightmage, dass ich hier wieder einen Artikel in ihrem tollen Blog posten darf. 🙂

Ich möchte mich heute näher mit dem Thema Tiere zeichnen beschäftigen. Insbesondere geht es um die realistische Darstellung von Tieren. Zunächst einmal sollten wir uns damit befassen, was eine realistische Zeichnung ausmacht.

Ich habe im Folgenden einmal ein paar Punkte zusammengefasst, die meiner Meinung nach wichtig sind. 🙂

 

Was ist überhaupt Realismus?

Der Realismus ist eine Form des Zeichnens. Man kann grob in 3 Kategorien unterteilen: Den „normalen“ Realismus, den Fotorealismus und den Hyperrealismus.

Bei der ersten Form wird das Motiv realistisch wiedergegeben, man kann es jedoch noch einwandfrei als Zeichnung erkennen. Die Strukturen sind nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sondern können nur angedeutet sein oder skizzenhaft veranschaulicht.

Der Fotorealismus beinhaltet deutlich mehr Details, es wird versucht die Zeichnung möglichst nah am Original wiederzugeben.

Beim Hyperrealismus ist die Zeichnung so detailliert und ausgearbeitet, dass sie meist nur noch schwer von einem Foto zu unterscheiden ist. Diese Technik erfordert sehr viel Übung und Geduld.

Beim Realismus allgemein (alle drei Arten)  benötigt es eine gute Vorlage. Ein großes, hochauflösendes Foto mit vielen erkennbaren Details eignet sich hier am Besten.
Auch kann man sich verschiedene Fotos von einem Tier zu Hilfe nehmen, um zum Beispiel die Fellstruktur, die Augen oder besondere, individuelle Merkmale bestmöglich wiederzugeben.

Studien von Tieren in der Natur eigenen sich gut um ein Gefühl für das jeweilige Tier zu bekommen, wie es gebaut ist, wie es sich bewegt usw… das ist natürlich kein Muss, man kann sich auch einfach Fotos ansehen.

Ein gutes Foto mit klar erkennbaren Details

 

Bevor wir beginnen…

Egal ob lebendes Motiv oder auf dem Papier, das Wichtigste beim Realismus ist wohl das gute studieren der Vorlage.

Jedes Tier hat einen anderen Ausdruck in den Augen, eine individuelle Nase und eine spezielle Fellstruktur. Vielleicht hat euer Motiv ja unterschiedliche Fellfarben im Gesicht oder das eine Ohr steht etwas mehr ab als das andere?

Das alles ist wichtig für die spätere Zeichnung. Und das ist das Schwere im Realismus. Denn wir wollen ja einen Wiedererkennungswert des Motivs erreichen und das erfordert viel Übung und Geduld.

 

Das Motiv steht, aber wo soll man anfangen?

Wenn wir nun unsere Vorlage genau angesehen haben und das Motiv auf unser Blatt Papier übertragen haben stellt sich oftmals die Frage: Wo soll ich anfangen?

Ich persönlich beginne immer mit den Augen, denn diese sind mit die wichtigsten Merkmale eines jeden Tieres.

Nun ist Herantasten gefragt. Ich sehe mir nun das Auge auf meiner Vorlage genau an und versuche das, was ich sehe, mit dem Stift wiederzugeben. Dasselbe gilt auch für alles andere.

Es ist empfehlenswert sich nicht gleich dem kompletten Motiv zu widmen, sondern sich Stück für Stück vor zuarbeiten.

Tiere realistisch zeichnen: Gezeichnete Hundenase
Hier eine Detailansicht von einer Hundenase

 

Tiere realistisch zeichnen: Was ist wichtig?

Schichten ist sehr wichtig im Realismus. Denn nur so bekommen wir die gewünschte Echtheit und Plastizität sowie Volumen des Fells/der Schuppen/Federn usw…

Ich beginne damit, dass ich die dunkelsten Stellen zuerst leicht vorstrichel und mich dann mit verschiedenen Härtegraden oder Farben immer weiter vorarbeite.

Unten seht ihr ein von mir kürzlich begonnenes, noch unfertiges Bild.

Verschiedene Fellschichten bei der Entstehung
Unfertige Hundezeichnung

Da kann man ganz gut die verschiedenen Schichten erkennen. Das linke Ohr (vom Betrachter aus gesehen) ist fertig, da habe ich bestimmt 5 Schichten Fell drauf.

Auf der rechten Seite seht ihr wie ich es vorgestrichelt habe und mich dann immer mehr an die Graustufen heran taste.

Ich habe mir für das Motiv eine Vorlage von einem Border Collie auf Pixabay gesucht.

 

Details wiedergeben

Was ist mit Tasthaaren oder anderen abstehenden Härchen wie Haaren in den Ohren?

Wir können zum Einen um diese Haare herum zeichnen (sehr aufwendig), sie am Schluss ausradieren oder wir prägen die Haare zum Beispiel mit einem leeren Kugelschreiber vor dem Zeichnen in das Papier. So bleiben die Haare hinterher weiß. Dies nennt man auch negatives Zeichnen.

Man kann es auch auf ein ganzes Motiv anwenden und alle hellen Härchen vorher einritzen. Das Papier sollte hierbei dick genug sein.

Unten ein Beispiel wie das aussehen kann.

Hier ein Ausschnitt von einem von mir gezeichneten Leoparden.
Hier ein Ausschnitt von einem von mir gezeichneten Leoparden.

 

Die Zeit nicht unterschätzen

Der Faktor Zeit wird von manchen unterschätzt.

Wir sehen fotorealistische Zeichnungen, aber wenige wissen wie viel Zeit in solchen Werken steckt.

20 Stunden können locker in eine A4 Zeichnung einfließen, aber auch 5 oder 40 Stunden sind im Bereich des Möglichen. Je mehr Zeit man investiert, desto mehr kann man in Details und Feinheiten stecken.

Eine 20 Stunden Zeichnung wird realistischer als eine 2 Stunden Zeichnung sein. Das sollte einem klar sein, wenn man extrem realistisch zeichnen möchte.

sich Zeit lassen…

Und je größer die Zeichnung, desto mehr Zeit wird benötigt.

Der Hyperrealismus, der kaum von einem Foto zu unterscheiden ist, benötigt beispielsweise noch viel mehr Zeit als eine normal realistische Zeichnung. Es gibt durchaus Künstler die 60, 100, 150 oder 300 Stunden an einem Bild sitzen.

Das kann aber natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Allein ihr entscheidet wie viel Zeit ihr investiert!

Jeder hat seinen eigenen Stil und kann selbst entscheiden wie realistisch es werden sollte. Dies waren nur ein paar Beispiele, wie lange es dauern kann. Und ein 2 Stunden kann auch toll aussehen.

Also lasst euch Zeit und lasst euch nicht hetzen. Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben.

 

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Niemand erwartet dass es beim ersten, oder zweiten Mal gleich perfekt klappt.

Auch nach dem fünften oder zehnten Mal funktioniert es vielleicht noch nicht so, wie man sich das Ganze vorstellt. Aber das ist völlig normal!

Es ist vollkommen normal dass das Zeichnen lernen kein Prozess von wenigen Wochen ist. Es kann viele Monate bis hin zu Jahren dauern bis man richtig gut wird.

Aber mit jedem Bild lernt man dazu und wird besser. Jedes Bild sollte man als kleinen Schritt vorwärts betrachten, deshalb lasst euch nicht entmutigen, wenn es am Anfang nicht so richtig funktionieren will!

Und daher empfehle ich euch auch kein Bild von euch weg zuschmeißen, später könnt ihr so gut eure Verbesserungen sehen. 😉

Ich sehe mir heute auch noch gerne meine Anfangsbilder an und hätte es bereut wenn ich sie weggeworfen hätte.

 

Wie kann man sich aber noch verbessern?

Hier gibt es einige Möglichkeiten, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.

Zum einen natürlich die Übung, dann ist es hilfreich sich Videos zum Beispiel auf YouTube anzusehen, Tutorials zu lesen, sich in einem Forum anzumelden. 🙂

Und was ich immer nur betonen kann ist einfach zu üben das zu zeichnen, was man sieht. Jedes Objekt hat seine eigene Oberfläche.

Man kann sich Bilder von Detailaufnahmen von z.B. Hundenasen oder Augen ansehen und immer wieder üben die Struktur wiederzugeben.

 

Ich hoffe dieser kleine Artikel hat euch gefallen und ein wenig geholfen.
Liebe Grüße, Elena 😉

 

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Elena

Hallo, ich bin Elena und derzeit noch Schülerin.
Ich war schon immer sehr kunstbegeistert und fasziniert von den großen Malern, genau wie meine Mutter. Durch sie bin ich eigentlich als Kind erst richtig zum zeichnen gekommen.
Seit geraumer Zeit hat mich der Fotorealismus/Realismus gepackt, und nachdem ich so viele unfassbar schöne Zeichnungen anderer Künstler gesehen habe stand für mich fest dass ich das auch können wollte 🙂
Ist natürlich noch ein langer Weg bis dahin, aber am Ball bleiben ist alles!
Es macht mir auch großen Spaß mich an verschiedenen Zeichentechniken zu versuchen, so gehört der Bleistift zu meinen absoluten Lieblingen, dicht gefolgt von Pastell, Farbstift und Aquarell.
Ja, ich denke das war mal ein kleiner Überblick darüber, was ich so mache. Liebe Grüße 🙂


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