Kritisiert werden macht keinen Spaß! (Fast) Jeder hasst es kritisiert zu werden und kaum einer traut sich da zuzustehen, weil es dann sofort heißt man sei nicht kritikfähig. Doch ist es wirklich ein Zeichen von Kritikunfähigkeit, wenn man nicht immer zu allem Kritik haben möchte?
In diesem Artikel schildere ich meine Gefühle, die ich habe, wenn ich mit Kritik konfrontiert werde, die ich nicht haben wollte.
Das findest du in diesem Artikel:
Anspruch an den Kritiker
Da generell der Anspruch erhoben wird, dass der Kritisierte mit Kritik umzugehen habe, darf ich als Kritisierter auf der anderen Seite auch Ansprüche an meine Kritiker stellen. Denn nicht jede Art von Kritik ist hilfreich und bringt mich weiter. Letztendlich sollen die Verbesserungen nicht nur einem einzelnen dienlich sein, sondern sich auch anderen Lesern meiner Artikel bzw. Betrachtern meiner Bilder erschließen.

So habe ich kein Problem damit kritisiert werden
- Sachliche Hinweise auf Fehler im Text, sowohl inhaltlich als auch auf Rechtschreibung und Grammatik bezogen
- Eigene Meinungen MIT Begründungen – die Begründungen sind immer etwas, womit man als Autor arbeiten kann. Ansonsten steht eine Meinungsaussage nur für sich im Raum
- Verbesserungsvorschläge, wo es WIRKLICH etwas zu verbessern gibt und das auch realistisch ist, dass es umgesetzt werden kann
- Grundsätzlich freundlich formulierte und (gut) begründete Kritik
Kritik, mit der ich Probleme habe
- Pauschale Verurteilungen bzw. Herabwürdigungen, weil es nicht den persönlichen Geschmack trifft
- Überzogene, unrealistische Vorstellungen
- Sich an Kleinigkeiten / Nichtigkeiten hochziehen, weil man etwas zum Meckern gesucht hat
- Grundsätzlich unbegründete und vor allem den Ton nicht treffende Kritik
Bitte mit Gefühl
Sobald neue Kommentare oder E-Mails bei mir eintrudeln, macht mein Herz erst einmal ein paar nervöse Sprünge. Das liegt vielleicht auch daran, dass Kritik zu gefühlten 80 % eben nicht den oben genannten Wunsch-Kriterien entsprechen, sondern leider eher in die zweite Sparte fallen (wie ich es nicht mag). Mit Kritik meine ich in diesem Zusammenhang auch wirklich Kritik und keine bloßen unkonstruktiven Meinungsäußerungen (wobei „unkonstruktiv“ hier bitte nicht negativ verstanden werden soll).
Wenn ich stunden- oder gar wochenlang an einem Artikel bzw. Bild gesessen habe und dann Kritik a la „Das und das gefällt mir nicht, deswegen ist es komplett Mist“ bekomme, dann trifft es mich einfach! Muss das komplette Ergebnis dann durchgefallen sein, nur weil die Erwartungen des Kritikers nicht erfüllt wurden? Kann man nicht das Produkt objektiv so betrachten wie es ist und seine eigenen Erwartungen als Ergänzungen sehen?
Der viel berühmte Ton macht hier ganz besonders die Musik. Solche Art Kritik kommt bei mir immer sehr harsch an und verletzt eher nur als das sie hilft.
Faule Ausrede, oder?
Oftmals habe ich das Gefühl, dass solche Kommentare zumeist dann kommen, wenn der Sinn und Zweck, den ich verfolgt habe, nicht erkannt wurde. Manchmal denke ich, ich mache es mir zu leicht mit dieser Erklärung. Oft genug mag das vielleicht sogar stimmen. Jedenfalls stelle ich mir selbst immer kritisch die Frage, ob wirklich mein Thema miss gedeutet wurde oder ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Weder das eine noch das andere erschließt sich dann leider aus der Kritik (weil in der Regel eben die Begründung fehlt).

Habe ich genügend Feedback, um die einzelnen Stimmen gegeneinander aufzuwiegen, dann fällt es mir leichter dies zu beurteilen, als wenn ich noch gar keine oder nur ganz wenig Rückmeldung zu dem Thema bekommen habe.
Oft genug gibt es auch einfach nur verschiedene Ansichten und dann ist meine, wenn sie nicht der des Lesers entspricht, naturgemäß die Falsche.
Zu hohe Erwartungen
Vielleicht ist es auch einfach nur mein zu professionelles Auftreten für eine Hobbyseite, was gefühlt mit meinen Inhalten so nicht mithalten kann. Bedenkt man, dass ich oft im Plural angeschrieben werde, gesiezt werde oder man gar eine Firma hinter meinen Webseiten vermutet, mag das vielleicht sogar relativ nahe liegen.
Ein gewisser Anspruch an sich selbst sollte schon sein. Nur den Umfang dieses Anspruchs möchte ich bitteschön immer noch selbst definieren.
In der Regel steht die Freude am Schreiben, Lesen und Korrigieren bzw. am schlichten Zeichnen und Malen bei mir an erster Stelle. Ich freue mich, wenn das Ergebnis überzeugen kann und konsumiert wird, doch das ist nicht mein Hauptmotiv etwas zu tun.
Kommentare willkommen
Klar freue ich mich dann auch über Kommentare, die mir zeigen, dass mein Bild gesehen oder mein Artikel gelesen wurde. Diese dürfen dann auch gerne kürzer ausfallen, wenn nicht viel zu sagen ist, man aber dennoch ein kurzes Feedback „Ich habe es gelesen“ geben möchte. Wie im MeinBloggerForum auch besprochen, sind mir kurze Rückmeldungen sogar lieber als gar kein Feedback zu bekommen.
Was ich eigentlich sagen wollte
Ich freue mich sehr über deine Korrekturen, Änderungswünsche, Ideen oder Verbesserungsvorschläge. Nur deinen Frust, den kannst du bitte für dich behalten. 😛
Und auch wenn vielleicht der Eindruck beim Lesen dieses Artikels entstehen mag, es gab keinen konkreten Anlass zu diesem Artikel. Ich hatte nur grade Lust meine Überlegungen zu diesem Thema kritisiert werden einfach mal kund zu tun. 😉


























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