Häkeln statt Handy: Abends greife ich statt zum Smartphone zur Häkelnadel. Wenn ich keine Lust aufs Zeichnen habe, häkle ist ein paar Minuten. Das ist besser, als ständig vor dem Smartphone zu hängen.
Es geht nicht darum, etwas Perfektes zu produzieren oder einen Plan einzuhalten, sondern die Zeit bewusst zu füllen. Die Hände sind beschäftigt, der Kopf darf abschalten, und die kleinen Erfolge spenden ein Gefühl, das kein Bildschirm ersetzen kann.
Ich habe gemerkt, dass es mir guttut, einfach etwas zu tun, ohne darüber nachzudenken, was dabei herauskommen muss.
Das findest du in diesem Artikel:
Häkeln statt Handy als kleine Auszeit
Wie so viele andere, kämpfe auch ich mit der immer wieder aufflammenden Smartphonesucht. Allerdings bin ich mir dessen voll bewusst und versuche gezielt dem entgegen zu wirken. Deswegen integriere ich seit einigen Monaten Häkelmomente gezielt in meinen Abend.
Mal sind es zehn Minuten, mal eine halbe Stunde oder länger. Ich achte nicht auf die Dauer, sondern auf den Wechsel vom Bildschirm zu etwas, das ich anfassen kann. Ich erwische mich zu oft dabei, dass die Hand automatisch zum Smartphone wandert. Dann versuche ich innerlich ein „STOPP“ Signal zu setzen, um dann stattdessen zur Häkelnadel zu greifen. Schon das wirkt. Meine Hände sind beschäftigt, meine Gedanken kommen zur Ruhe, und oft merke ich erst nach einigen Maschen, wie sehr ich den Kopf vorher sinnentleert habe.
Wenn die Motivation zu zeichnen fehlt
Ich habe viele Ideen zum Zeichnen und Malen, aber nicht immer die Motivation, sie umzusetzen. Kreative Energie allein reicht nicht, wenn die Lust fehlt. Manchmal fühle ich mich blockiert, obwohl ich weiß, was ich machen könnte. Häkeln ist da die perfekte Abwechslung. Es fordert mich nicht so kreativ, wie zeichnen, es ist mehr ohne Druck.
Ich kann frei arbeiten, Masche für Masche, ohne Planung, ohne Anleitung. Das ist ein Rhythmus, der fast meditativ wirkt, eine kleine Routine, die ich für mich selbst erschaffe. Es geht nicht darum, ein fertiges Produkt zu haben, sondern um das Tun.
Wobei ein fertiges Produkt, welches man anschließend sinnvoll nutzen kann, immer ein schöner Nebeneffekt ist. Sei es ein Schal, eine Tasche oder ein Kleidungsstück für die Spielzeuge meiner Tochter.

Durch diese Routine habe ich auch eine neue Wertschätzung für kleine Fortschritte gewonnen. Ein paar Reihen am Abend, ein kleiner Schal oder ein unfertiges Stück Fläche, das ich zwischendurch aufrolle, fühlen sich wie greifbare Erfolge an. Das unterscheidet sich stark von der Arbeit am Bildschirm, wo alles virtuell bleibt und die Erfolge oft unsichtbar sind. Häkeln schafft etwas Handfestes, etwas, das ich anfassen kann.
Wie ich wieder zum Häkeln kam
Gehäkelt habe ich als Kind bzw. Jugendliche schon gerne und viel. Einmal habe ich sogar ein Kissenbezug in 40×40 cm geschafft oder habe meine Barbie-Puppen eingekleidet.
Neu inspiriert und motiviert hat mich meine Schwiegermutter. Sie strickt zwar überwiegend. Aber als meine Tochter mit einem kleinen Häkelpanda-Set ankam, mit dem ich überfordert war, legte sie routiniert los und hat mir, nachdem sie fertig war, die Nadel direkt weitergereicht. So war ich quasi wieder „angefixt“ und habe mir eigene Häkelnadeln und Garn besorgt.
Günstiges Garn aus Norwegen
Ein zusätzlicher Schub kam durch meinen Urlaub in Norwegen. Dort habe ich überraschend günstiges Garn gefunden, deutlich günstiger als es das in Deutschland in Deutschland gibt. Norwegen soll dafür auch bekannt sein. Seitdem liegt hier mehr Material bereit, und allein das motiviert mich, häufiger zur Nadel zu greifen. Garn, das verfügbar ist, will benutzt werden. Gut, das denke ich aber auch über Papier und Stifte. 😀
Ich und die Anleitungen
Anleitungen sind für mich eher hinderlich. Zu viele Regeln, zu viele Vorgaben, zu viel Nachdenken. Ich häkle lieber frei, ohne fertiges Ziel im Kopf. Es ist nicht so, dass ich nicht schon welche ausprobiert habe. Aber wenn ich jede Maschenart erst nachschlagen und mir per Video erklären lassen muss, geht für mich der Fluss verloren. Zudem ist da zu viel Potenzial für Fehler und Frustration.
Ich probiere Farben, Muster oder Maschenarten einfach aus, ohne zu planen, was am Ende entstehen soll. Es geht nicht um Perfektion, sondern um den Prozess selbst.

Häkeln wird so auch ein Stück Selbstfürsorge. Ich investiere Zeit in ein Hobby, das mich ablenkt, aber gleichzeitig aktiviert. Ich spüre, dass meine Hände sinnvoll beschäftigt sind, meine Gedanken sich ordnen und ich am Ende des Abends etwas geschaffen habe.
Es sind keine großen Meisterwerke, aber genau das macht es wertvoll. Kreativität bedeutet nicht immer Leistung. Manchmal reicht das Tun an sich.
Hände beschäftigt, Kopf frei
Häkeln wirkt fast meditativ. Während ich arbeite, kann ich nachdenken, Pläne schmieden oder einfach nur beobachten, wie die Maschen wachsen. Meistens lässt sich das nebenbei bei einem angenehmen Fernsehabend umsetzen. Im Gegensatz zum Smartphone ist es aktive Zeit, kein passiver Konsum.
Für mich ist Häkeln keine Pflicht, kein Wettbewerb, keine Methode, um mich zu beschäftigen. Es ist eine kleine Entscheidung für mich selbst, wenn ich spüre, dass der Kopf nach Ruhe verlangt oder die Motivation fürs Zeichnen fehlt. Es ersetzt nicht alles andere, aber es ergänzt. Es ist eine Möglichkeit, den Abend bewusst zu gestalten, ohne dass ich etwas leisten muss.

Zudem macht es Spaß, ohne Zwang einfach ein bisschen auszuprobieren. Wie erwähnt, die verschiedenen Maschenarten zu kombinieren, aber auch zu sehen, was die unterschiedlich großen Häkelnadeln so bewirken. Dass es da so eine große Auswahl und viele Varianten gibt, habe ich erst beim Stöbern im Geschäft (online wie offline) gemerkt.
Dein Abend, deine Entscheidung
Abends habe ich gelernt, dass kleine Gewohnheiten einen großen Unterschied machen können. Häkeln statt Handy ist für mich ein einfacher Weg, den Kopf frei zu bekommen, kreativ zu bleiben und die Hände sinnvoll zu beschäftigen. Ich möchte dich einladen, es selbst auszuprobieren.
Das muss nicht zwingend Häkeln sein. Wie gesagt, meine Schwiegermutter strickt bevorzugt. Man kann aber auch andere kleine Bastelprojekte nebenbei machen oder schlicht und ergreifend ein wenig kneten oder nähen. Und wenn es der schnöde Haushalt sein muss, der erledigt werden will, dann bügelt oder faltet man eben Wäsche. 😛
Wie schaffst du es, deine Smartphone-Zeit am Abend zu reduzieren? Und gibt es Handarbeiten, die du gerne machst oder ausprobieren würdest? Schreib mir einen Kommentar – ich freue mich auf deine Erfahrungen!






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