Passend zum neuen Jahr möchte ich zeigen, wie du mit Buntstiften einen Marienkäfer malen kannst.
Das findest du in diesem Artikel:
Marienkäfer malen
Mein Bild habe ich für unseren Forenkalender 2019 als Kalenderblatt für den März erstellt. Das Thema war „Kleines ganz groß“. Nach langem hin und her überlegen, habe ich mich dazu entschlossen mit Buntstiften einen Marienkäfer malen zu wollen. Schau auch, welche wundervollen Werke die anderen Künstler beigesteuert haben. 😉

Vorlage und Bleistiftskizze
Die Suche und das Finden von Vorlagen bereitet mir (leider) keine Probleme – zu viele tolle Fotos auf Pixabay.com, die danach rufen, zeichnerisch umgesetzt zu werden. 😀
Zum Beispiel dieser Marienkäfer, den ich mir sogar noch mehr in den Fokus gesetzt habe. Dafür habe ich mein Bild beschnitten um eine noch größere Makroansicht von dem Käfer zu erhalten. Gleichzeitig habe ich den Goldenen Schnitt beibehalten, der den besonderen Reiz dieser Bildaufteilung ausmacht.
Der Fokus meiner Arbeit sollte auf der Buntstiftkolorierung liegen, daher habe ich mir die Konturen mit Bleistift unter Zuhilfenahme meines Leuchttisches auf mein Zeichenblatt übertragen. Wer keinen Leuchttisch hat oder nicht damit arbeiten möchte (wozu hat man ihn denn dann? 😛 ), kann auch mit der Rastermethode eine Vorlage auf seinen Malgrund übertragen.

Entstehung Schritt für Schritt
In vielen einzelnen Schritten und mit nur einer Handvoll Stifte habe ich dann den Marienkäfer malen wollen. Zuerst habe ich mir einige Rottöne aus meinem Buntstiftsortiment heraus gesucht und dabei den Grundton sowie einige dunklere Schattierungstöne bereit gelegt. Auch die Stifte für die schwarzen Partien habe ich schon heraus gesucht (Schwarz, dunkelblau, dunkelbraun).

Angefangen habe ich mit dem roten Panzer des Marienkäfers. Da ich nicht von Anfang an feste aufdrücken und so die Farbe satt auftragen wollte, habe ich in mehreren Schichten gearbeitet und so nach und nach die Schattierungen, Glanzlichter und Farbsättigung ausgearbeitet. Hätte ich direkt satt rot gemalt, wäre mir dies nicht möglich gewesen.
In Schritt 1 habe ich also mit meinem Grundrotton meinen Käfer rot grundiert und bereits Lichter und die schwarzen Punkte ausgespart. In Schritt 2 habe ich die dunkleren Partien, in denen keine Glanzstellen sind mit der selben Farbe drüber gemalt, diesmal etwas fester um den Bereich dunkler einzufärben. In Schritt 3 habe ich einen dunkleren, leicht bräunlichen, Rotton genommen und Schattierungen angedeutet, die ich in Schritt 4 mit einem noch dunkleren Rotton weiter ausgearbeitet habe.
Im 5ten Schritt habe ich dann mit meinem ursprünglichen Grundrot die gesamte Rotfläche deckend ausgemalt. Dieser Vorgang hat schon mehrere Stunden gedauert, da ich mich hier in kleinen Flächen voran gearbeitet habe.
Dabei habe ich in Detailarbeit das Rot in den Glanzbereichen mit kurzen teils sichelförmigen Strichen angedeutet um einen sanfteren Übergang von Rot zu Weiß zu erhalten.

Die schwarzen Punkte habe ich, wie den Kopf und beim roten Panzer zuvor, erst mit Schwarz grundiert, Glanzstellen mit Dunkelblau eingefärbt und dann stückchenweise deckend ausgemalt. Um satt deckend zu malen ist etwas mehr Druck und viel Geduld erforderlich.
Grade an Kopf und Beinen ist das Farbspektrum deutlich höher als man beim oberflächlichen Betrachten zuerst annehmen würde. Zu sind auch gelbe sowie braune Partien zu erkennen, die ich in meiner Malerei ebenfalls berücksichtigt habe.
Besonders an den Beinen kann man den Braunstich gut durch das Schwarz schimmern sehen, was auch an den Fühlern der Fall ist.
Die Härchen an den Beinen des Käfers habe ich nach der Grundierung mit Gelb, Braun und Schwarz vorsichtig und schwungvoll mit dem gleichen Dunkelbraun eingezeichnet.

Sobald der Käfer selbst fertig war, habe ich mit dem Blatt, auf dem dieser sitzt, angefangen.

Hierfür habe ich verschiedene Grüntöne miteinander kombiniert, erst grundiert, Schattierungen in Zwischenschritten ergänzt und mich dann von Schicht zu Schicht im ausgeübten Druck auf den Buntstift gesteigert.
Bei dem Blatt und dem Hintergrund habe ich mich nicht mehr ganz soooo penibel an die Vorlage gehalten, da auch meine Deadline abgelaufen ist und ich das Bild einreichen musste.
Fertige Buntstiftzeichnung
Der Hintergrund letztendlich ist mit einem hellen und einem dunklen Grünton, sowie mit Schwarz entstanden. Ich habe von hell nach dunkel gearbeitet und erst die Grüntöne gesetzt und dann mit Schwarz deckend den dunklen Bereich gemalt. Mit weniger Druck habe ich im grünen Bereich mit dem schwarzen Buntstift gemalt und den Druck immer mehr abgemildert, je weiter ich in den helleren, grünen Teil des Hintergrundes gekommen bin, sodass ein sanfterer Farbverlauf von Schwarz nach Grün entstanden ist.

Und so sieht mein fertig gemalter Marienkäfer aus. Oben das Foto und unten der Scan (die unterschiedlich dargestellten Farben liegen an der verwendeten Beleuchtung bei dem Foto).

Verwendete Materialien
An dieser Stelle beschreibe ich noch ausführlich die Materialien, die ich verwendet habe. Ich habe wieder eines meiner Lieblingspapiere, das Daler Rowney Smooth – Heavyweight Papier*, verwendet. Es ist mit 220 g/m² angenehm dick ist, was ein Zerknittern beim Radieren erschwert. Besonders mag ich es aber für die samtig weiche Oberfläche auf der Bleistifte und Buntstifte sanft darüber gleiten. 🙂

Die verwendeten Buntstifte sind die Prismacolor Premier im 150er Set*, welche ich sehr angenehm, insbesondere in Kombination mit dem obig angegebenen Papier, finde. Die Mine ist sehr, sehr weich und leicht ölig, der Farbstrich dementsprechend satt und die Pigmente strahlend. Grade diese Eigenschaft der Buntstifte habe ich mir bei meinem Bild hier zunutze gemacht.

Weiterführende Links
- Erfahrung oder Qualität: Teure oder billige Buntstifte?
- Langzeittest: Lichtbeständigkeit von Buntstift und Co.
- Stabilo Trio: Kleinkindtaugliche Buntstifte
- Mischtechnik: Buntstifte und Marker Blender
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