Perspektivisch zeichnen
Die Perspektiven
Berühmt sind die Parallelperspektive und die Fluchtpunktperspektive.
Die Parallelperspektive ist die einfachere, weil alle Linien parallel
zueinander laufen. Die Grundlinie steht schräg zur Betrachter-Blickrichtung,
d.h. wir sehen den Körper von schräg oben, dabei sind immer drei Seiten
eines rechteckigen Körpers sichtbar.

Hier ein Bildbeispiel von unserem Forenmitglied C.D. Kelly zur Parallelperspektive.
Die blauen und roten Markierungen zeigen an inwiefern die Bodenfliesen richtig
in der Parallelperspektive dargestellt worden wären:

Die Fluchtpunktperspektive benötigt eine Horizontallinie und mindestens einen
daraufsitzenden Fluchtpunkt. Ein im Raum befindlicher Körper wird dann an diesem
Punkt ausgerichtet, das heißt die Tiefenlinien führen verlängert zu diesem Punkt.

Schwieriger ist das Ganze bei zwei Fluchtpunkten.
Hierbei richtet sich der Körper zu beiden Punkten zugleich aus, er hat also
zwei sichtbare Tiefen, die sich nach den Punkten richten.
Je nachdem aus welcher Perspektive der Betrachter das Objekt sehen soll,
setzt man den Fluchtpunkt entweder nach oben für die Vogelperspektive oder
nach unten für die Froschperspektive.

In Verschiedenen Perspektiven zeichnen
Man unterscheidet 7 Perspektiven in denen man ein Objekt betrachten kann:
- Draufsicht (engl. Top Shot)
- Vogelperspektive (engl. Bird’s eye)
- (leichte) Aufsicht
- Augenhöhe/ Normal-Perspektive – eher langweilig
- (leichte) Untersicht
- Froschperspektive (engl. Worm’s eye view)
- Bottom-view/ Bottom-shot
- senkrecht von unten – sehr selten

Die Wirkung eines Motivs wird mitunter durch die Perspektive geprägt in
dem es dargestellt wird. Die gängige Perspektive ist die „Augenhöhe“,
welche unseren Alltag wiederspiegelt und daher einen eher langweiligen
bzw. undynamischen Charakter hat.
Verschiebt man die Ansicht auf das Motiv leicht nach oben oder nach unten
(Aufsicht oder Untersicht), dann entsteht ein völlig ungewohnter Blickwinkel,
das Motiv wird für den Betrachter erheblich interessanter.
Will man extreme Spannung erzeugen, bieten sich extremere Perspektiven an
(Vogel- oder Froschperspektive).
Diese beiden Perspektiven werden gerne in Zeichnungen/ Malereien eingesetzt,
da diese dem Betrachter ein völlig ungewohntes Gefühl vermitteln.
Die Vogelperspektive gibt das Gefühl von Freiheit, als würde der Betrachter über
den Dingen schweben - alles wirkt kleiner.
Die Froschperspektive verzerrt die Landschaft, alles kommt
einem weiter und entfernter vor - alles wirkt größer.
Eher selten sind die extremsten Perspektiven Draufsicht bzw. Bottom-View.
Kann die Draufsicht im Alltag gelegentlich vorkommen (z.B. wenn man sich
auf einer Erhöhung, einem Gebäude, im Flugzeug, Riesenrad etc. befindet),
ist die Untersicht für uns eigentlich so gut wie nie sichtbar. Lediglich in
gläsernen Gebäuden könnte diese Perspektive vorkommen.
Daher ist sie sehr selten.
Für die selteneren Perspektiven braucht man ein besonders gutes
Vorstellungsvermögen um ein Motiv in einer solchen wieder zu geben.
Ich habe mich angestrengt und jeweils einen Menschen, Zylinder und Würfel in jeder
dieser Perspektiven darzustellen versucht.
Dass dies nicht immer einfach war, sieht man besonders bei den extremen
Perspektiven von unten.
Draufsicht:

Vogelperspektive:

Aufsicht:

Augenhöhe:

Untersicht:

Froschperspektive:

Bottom-View:

