Zerknülltes Papier
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Skizzieren üben – Erfahrungsbericht

Heute schreibe ich mal einen aktuellen Erfahrungsbericht zum Thema Skizzieren üben. 😉

Skizzieren üben – Erfahrungsbericht

Meine aktuelle Pferdechallenge hat mir wieder in Erinnerung gerufen, wie viel Spaß regelmäßiges Skizzieren eigentlich macht und wie wichtig es ist dies zu tun, um seine Fertigkeiten zu feilen.

Nachfolgend ein paar Überlegungen und Erkenntnisse, die ich dabei hatte…

Spitzerreste vom Buntstift und zerknülltes Papier
Nicht gleich aufgeben

 

Sich überwinden und Zeit nehmen

Da es hier ums Skizzieren geht, gehört das detaillierte und perfekte Ausarbeiten sowie akkurates Kolorieren nicht dazu. Es geht tatsächlich um ein schnelles und flüchtiges Einfangen eines Motivs. 😉

Zunächst muss man festhalten, dass ich nur gelegentlich skizziere und da dementsprechend nicht so routiniert bin, wie andere. Sei es das Berufsleben, das Familienleben oder der Haushalt – irgendwas hält einen ja immer vom Zeichnen ab.

Entsprechend muss ich mich schon überwinden, mir die 10-20 Minuten am Tag Zeit zu nehmen, um meine Skizze anzufertigen.

Irgendwie bekommt man das bisschen Zeit dann doch abgezweigt, es kostet anfangs nur etwas Überwindung. Leider schaffe ich das nur, wenn ich an Challenges teilnehme bzw. den Ehrgeiz dazu auch habe. Ansonsten verfalle ich erfahrungsgemäß in den “faulen” Zustand zurück. ^^

Es ist dann mehr eine Art Marathon für mich. Für den kann man zwischendurch immer wieder trainieren, man läuft ihn aber nicht permanent, weil man das einfach nicht schaffen würde (oder auch will).

Das ist wahrscheinlich auch eine Wesensfrage. Ich bewundere jeden, der es schafft, jeden Tag zu zeichnen, egal was, Hauptsache gezeichnet. Man sieht, dass es sich auszahlt und man immer besser wird. Das schaffe ich inzwischen nicht sooo regelmäßig, aber ein bisschen kolorieren an den jeweiligen Bildern, die ich so in Arbeit habe, das schaffe ich dann schon gelegentlich.

 

Regelmäßiges Üben

Durch das tägliche Skizzieren gewöhnt man sich an das Zeichnen und kann seine Überlegungen, wie man eine Zeichnung beginnt und das Bild strukturiert, üben.

Grade bei ungewohnten Materialien, oder bei mir, selten genutzten Bildformaten, kann man sich durch regelmäßiges Wiederholen besser an die ungewohnten Rahmenbedingungen einarbeiten. Das kann man auch auf neue Motive ausweiten.

In meinem Fall ist es so, dass ich eher kleinformatig zeichne, aber nicht kleiner als A4. Außerdem habe ich zu Pferden eher keinen Bezug. Entsprechend ist meine Pferdechallenge in doppelter Hinsicht eine Herausforderung für mich: ein Motiv (Pferde), das ich sonst nicht zeichne auf einem Format (A6), das ich sonst nie benutze.

Entsprechend hat es ein paar Tage gedauert, bis ich beides in Einklang gebracht habe. Will ich die Pferde großformatiger zeichnen können, muss ich die Challenge wahrscheinlich mit A4 wahrscheinlich wiederholen. ^^

 

Fehler zulassen

Was anderen sicherlich schwerfällt, was ich auch erst trainieren musste und es immer noch nicht 100%ig kann, ist das Radiergummi komplett wegzulassen. Da ich früher (also vor 20-20 Jahren 😛 ) ausschließlich mit Kugelschreiber gezeichnet habe, fällt mir dies nicht ganz so schwer. Wenn ich aber mit Bleistift skizziere (was inzwischen die Regel, denn die Ausnahme ist), dann möchte ich auch von der Möglichkeit Gebrauch machen, Fehler korrigieren zu können.

In erster Linie zücke ich das Radiergummi nicht direkt bei jeder Linie, die nicht richtig sitzt, sondern setze mehrere Linien hinterher. Wenn ich meine richtige Linie gefunden habe, dann entferne ich die restlichen Linien, oder arbeite sie in mein Bild ein, damit diese mich beim weiteren Zeichnen nicht irritieren. Abgesehen von dem Part mit dem Wegradieren, habe ich das so beim Zeichnen mit Kugelschreiber gehandhabt.

Wichtig ist es halt, den eigenen Zeichenfluss nicht unterbrechen zu lassen durch den eigenen Perfektionismus, sondern die sich Skizze entwickeln zu lassen.

 

Keine zu hohen Ansprüche an sich stellen

Mir ist klar, dass ich Pferde nicht sonderlich gut zeichnen kann. Die Anatomie habe ich nicht verinnerlicht, die Beine und insbesondere die Augen fallen mir immer wieder schwer. Aber deswegen übt man ja etwas, damit man sich verbessern kann.

Bei der Challenge war es mir wichtig, dass man die Fortschritte auch sehen kann. Ob es nun dasselbe Bild oder nur das gleiche Motiv ist, wenn man sich an etwas Neues ran wagt, kann man nicht von sich selbst erwarten, es gleich super zu können, egal wie lange man schon zeichnet.

Daher gehört es zu dem Punkt “Fehler zulassen”, dass man nicht allzu streng zu sich selbst ist. Man sollte Fehler als Chance begreifen, die eigenen Schwächen zu erkennen, um bei diesen gezielt gegen trainieren zu können.

 

Techniken und Herangehensweisen ausprobieren

So ein regelmäßiges Skizzieren Üben eignet sich hervorragend, um nicht nur neue Motive, sondern auch neue Zeichentechniken und Herangehensweisen auszuprobieren.

Der Austausch im Forum ist da recht ergiebig, wenn man sich darauf einlässt. Krampfhaft jeden Tipp umsetzen, muss man dabei aber nicht. Ich für meinen Teil probiere Tipps durchaus bei einem nächsten Versuch aus. Wenn ich mit einer anderen Herangehensweise nicht klarkomme, dann bleibe ich bei meiner gewohnten Weise und versuche diese stattdessen auszubauen.

Man muss aber nicht gleich komplett seine Art zu zeichnen ändern. Mann kann sich auch nur in kleinen Teilen verändern. So habe ich in meiner Jugend von “bei den Augen bzw. dem Gesicht anfangen” gewechselt zu “bei den Grundformen anfangen”. Inzwischen habe ich noch einen Schritt davor, indem ich mir erst einen groben Rahmen ziehe, um mein Motiv einzuhegen. Danach skizziere ich mir grob Linien und Grundformen und hangel mich dann von Detail zu Detail.

 

Hand- und Stifthaltung

Anbei noch ein Tipp, den ich immer wieder geben kann: verkrampf dich nicht beim Zeichnen!

Die gelernte Handhaltung, die man zum Schreiben beigebracht bekommen hat, ist für das Zeichnen NICHT geeignet. Ich habe es jahrelang “falsch” gemacht und Schmerzen und eine verkrampfte Zeichenhand gehabt.

Bleistifthaltung beim Schummern
Bleistifthaltung beim Schummern

Wer keine angenehme Stifthaltung beim Zeichnen hat, kann das Skizzieren Üben auch dazu nutzen, sich eine andere Handhabung anzugewöhnen. Empfehlenswert ist es, den Stift wesentlich weiter oben am Schaft festzuhalten, anstatt ganz unten. Dabei auch lockerer in der Hand halten und nicht fest umklammern, als wenn der Lehrer einem zum Ende der Klassenarbeit diesen aus der Hand reißen will. 😛

Mehr Tipps finden sich hier: ✎ 14 Anfänger-Tipps zum Zeichnen lernen

 

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