Finelinertest – Eigenschaften von 20 Finelinern im Vergleich

Mein Finelinertest: Eigenschaften von 20 Finelinern im Vergleich. Im Laufe der Jahre habe ich einige verschiedene Fineliner angesammelt und im Zuge meiner Markerartikel noch weitere dazu gekauft. Bei all den Finelinern wollte ich natürlich auch wissen, welchen Stift kann ich wofür verwenden.

20 Fineliner im Vergleich

Neben den Finelinern, die ich bereits in meinem Besitz hatte, habe ich mir noch einige weitere gängige Fineliner zugelegt um diese zu testen. Insgesamt komme ich nun auf zwanzig verschiedene Sorten von Finelinern, wie hier aufgelistet:

  1. Stabilo point 88*
  2. Stabilo Trio 2 in 1*
  3. COPIC Multiliner*
  4. Shinhan TOUCH Liner*
  5. Molotow Basic Blackliner*
  6. Faber-Castell PITT artist pen*
  7. rotring rapidograph*
  8. Schneider Xpress*
  9. OFFICE line Fineliner
  10. edding 89 office liner EF*
  11. edding 1800 profipen*
  12. STAEDLER tripulus fineliner
  13. STAEDLER pigment liner*
  14. PIGMA MICRON*
  15. Montana SKETCHliner Drawing Pen Extra Fine*
  16. Ironlak Permanent Marker*
  17. MITSUBISHI uni POSCA*
  18. ZIG Calligraphy Pen*
  19. ON THE RUN.1 DRAFTMARKER*
  20. Sharpie Fine Point*
Verschiedene Fineliner
Verschiedene Fineliner

 

Test der Eigenschaften

Fineliner werden im künstlerischen Bereich vielseitig eingesetzt – sei es nun eine trockene, feuchte oder nasse Zeichen- oder Maltechnik.

Üblich ist beispielsweise mit Bleistift sein Bild vorzuzeichnen, mit dem Fineliner diese Linien nachzuziehen und den Bleistift anschließend wieder weg zu radieren. Wenn man den Fineliner nicht lange genug trocknen lässt, werden die Linien leider sehr schnell verschmiert.

Getestet habe ich auch den Polychromos Buntstift um zu sehen ob sich damit die Linien des Fineliners eventuell auch verschmieren lassen. Grade Polychromos sind sehr ölhaltige Buntstifte und weisen daher nochmals besondere Eigenschaften auf.

Stellvertretend für andere Alkoholmarker habe ich mit einem Copic über die Finelinerlinien gemalt um zu sehen wie sich die jeweilige Farbe mit der Copicfarbe verhält.

In meinem vierten Test wollte ich die Wasserfestigkeit der Fineliner testen und sehen welche Linien bei Wasser verlaufen und welche wasserfest sind.

Zudem habe ich meinen Test auf vier verschiedenen Papierarten ausgeführt, da die Eigenschaften und Reaktionen der Fineliner durchaus unterschiedlich ausfallen können, je nach Papier, welches man verwendet.

 

Striche ziehen…

Damit du überhaupt erkennen kannst, wie die Linien der Fineliner aussehen und um meine Tests vorzubereiten habe ich mit jedem Fineliner je eine Linie mit einem Lineal gezogen und diese 1-2 Tage trocknen lassen.

Durch zu feuchte Farbe der Fineliner konnte also nichts negatives passieren.

 

Radiergummi, Polychromos, Copic & Aquarell

Hier siehst du meine vier Testblätter mit den verschiedenen Papierarten und meinen vier Tests darauf.

 

Rückseiten

Hier auch noch auf ausdrücklichen Wunsch die Rückseiten der jeweiligen Seiten. 😉

Bei manchen Papieren scheinen sogar die Drucklinien hindurch. Das liegt schlicht an dem dünnen Papier. Und je nachdem wie feucht bzw. stark die Finelinerlinie war, ist auch diese teilweise auf der Rückseite zu erkennen. Richtig durchgedrückt hat dennoch kein Fineliner. Besonders sichtbar auf der Rückseite wurden allerdings manche Linien nach dem Kontakt mit Marker- und Aquarellfarbe.

 

Druckerpapier

Radiergummi: Durch die sehr lange Trocknungszeit von 1 Tag ist hier nichts verwischt

Polychromos: Außer der üblichen Überdeckung des Buntstiftes über dem Fineliner, ist nichts Negatives passiert.

Copicmarker: Bei dem Schneider XPress und dem Ironlak Permanent Marker ist die Farbe des Fineliners sehr leicht verwischt. Beim ON THE RUN Draftmarker ist die Farbe ein wenig deutlicher verlaufen und beim Sharpie Fine Point ist die Farbe sehr stark verlaufen und demnach für Layoutmarker auf Druckerpapier nicht geeignet.

Aquarellfarbe: Die Farbe des Stabilo Trio 2 in 1, der OFFICE line Fineliner, der edding 89 office liner und der STADLER tripulus fineliner sind leider nicht wasserfest und verlaufen.

 

Zeichenpapier

Radiergummi: Durch die sehr lange Trocknungszeit von 2 Tagen ist hier nichts verwischt

Polychromos: Außer der üblichen Überdeckung des Buntstiftes über dem Fineliner, ist nichts Negatives passiert.

Copicmarker: Der Schneider Xpress, der IRONLAK Permanent Marker, der STAEDLER tripulus fineliner sowie der Sharpie FINE POINT sind alle vier sehr sehr leicht verlaufen.

Aquarellfarbe: Hier sind unterschiedlich stark verlaufen der Stabilo point 88, der Stabilo Trio 2 in 1, der MOLOTOW Basic Blackliner, der Schneider Xpress, der OFFICE line Fineliner, der edding 89 office liner EF, der STAEDLER pigment liner und der ZIG Callygraphy Pen.

 

Markerpapier

Radiergummi: Durch die sehr lange Trocknungszeit von 2 Tagen ist hier nichts verwischt

Polychromos: Außer der üblichen Überdeckung des Buntstiftes über dem Fineliner, ist nichts Negatives passiert.

Copicmarker: Am stärksten sind der Sharpie, der ON THE RUN und der uni POSCA sowie der IRONLAK Fineliner verlaufen. Gering verlaufen sind der Stabilo Trio 2 in 1, der Schneider Xpress und der STAEDLER tripulus fineliner.

Aquarellfarbe: Verlaufen sind beide Stabilo (wobei die Linie des Trio 2 in 1 vollkommen zerlaufen ist), der MOLOTOW Basic Blackliner, der Schneider Xpress, der OFFICE line Fineliner, beide edding Fineliner, der STAEDLER tripulus fineliner nahezu komplett sowie der ZIG Callygraphy Pen ganz leicht.

 

Aquarellpapier

Radiergummi: Durch die sehr lange Trocknungszeit von 2 Tagen ist hier nichts verwischt

Polychromos: Außer der üblichen Überdeckung des Buntstiftes über dem Fineliner, ist nichts Negatives passiert.

Copicmarker: Hier ist lediglich der Sharpie FINE POINT leicht angelaufen.

Aquarellfarbe: Hier sind verlaufen beide Stabilo (wobei die Linie des Trio 2 in 1 vollkommen zerlaufen ist), der Schneider Xpress, der OFFICE line Fineliner, der edding 89 office Fineliner und der STAEDLER tripulus fineliner.

 

Videovorstellung

In diesem Video stelle ich – erstmals mit Audiokommentar 😉 – die zwanzig getesteten Fineliner vor und zeige anhand des Druckerpapiers wie ich meinen Test durchgeführt habe.

 

Fazit des Finelinertests

Festzuhalten ist, dass alle Fineliner für Trockentechniken geeignet sind – bei keinem ist die Linie verschmiert oder verlaufen beim Radieren und Drüber malen mit Polychromos Buntstift. Einzig bei dem eher billigen (und leider auch minderwertigem) Aquarellpapier habe ich es geschafft die Druckerfarbe zum Teil weg zu radieren. Aber da können ja die Fineliner nichts für. 😛

Bei den Nasstechniken sind einige Fineliner mit Vorsicht zu genießen (z.B. der MOLOTOW Basic Blackliner, der bei Wasser verläuft), einige funktionieren überhaupt nicht (wie z.B. der Stabilo Trio 2 in 1 oder der STAEDLER tripulus fineliner). Einige Fineliner haben auf unterschiedlichen Papieren unterschiedlich reagiert (z.B. der Sharpie oder der IRONLAK).

Bedenkenlos benutzt werden können, nach meinem Test zu urteilen, die Fineliner von Copic, Touch, Faber-Castell PITT artist pen, der rOtring rapidograph, PIGMA MICRON, der STAEDLER Pigment Liner sowie der MONTANA SKETCHER Drawing Pen – bei keinem der Testläufe habe ich in den Nasstechniken Verläufe feststellen können.

Möchtest du allerdings sicher gehen, dass dein Fineliner auf deinem jeweiligen Papier auch wasserfest ist, ist auf jedenfall zu einem Test zu raten, da das Papier eindeutig ein wichtiger Faktor für die Reaktion des Fineliners ist. Meine Tests sind daher auch nur Momentaufnahmen mit den Materialien, die mir zur Verfügung standen. 😉

 

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Zeichenkurs

Ich bin eine nerdige Zeichnerin. Durchs Zeichnen bin ich zu meiner ersten Webseite gekommen und damit zu viel Fachwissen und meinen Beruf.
Am liebsten zeichne ich kleine Comictierchen oder so Zeugs mit Comicaugen - und Meerjungfrauen! ^^ Meine Lieblinge sind die Touch Marker, aber ich probiere mich - auch dank des Blogs - durch alle Materialien und Motive durch.
Ich stehe jederzeit offen für Fragen und freue mich riesig über dein Feedback! 😉

LG Steffi
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10 Comments

  1. Wow, ein echt sehr umfangreicher aber genauer Test. Hat dich sicher einiges an Zeit und Mühe gekostet. Erst das ausprobieren, dann die Ordnung und Übersicht behalten und anschließend auch noch auswerten. Respekt! Aber ist wirklich ein Test den sich unter anderem vor allem Anfänger annehmen sollten.

    1. Hallo, danke für dein Feedback und das Kompliment.

      Da ich ja irgendwie seit immer mit Outlines und somit mit Finelinern arbeite und diese gerne auf neue Materialien übertragen möchte, dachte ich mir, dass das gewiss auch andere interessiert. 🙂

      Wenn noch weitere Kombinationsmöglichkeiten interessant sind, erweitere ich meinen Test gerne beizeiten auch mal. 😉

      LG Steffi

  2. Mia

    Danke das hilft wirklich sehr!
    …Das muss ja eine heiden Arbeit gemacht haben, oder? Respekt! xD

    Beim Aquarellpapier finde ich es spannend was passiert ist… das mag wohl wirklich an der Quali des Papiers liegen wie du schon sagtest aber trotzdem… immer gut testen sonst bekommt man wirklich BÖÖÖÖÖÖÖÖÖSE Überraschungen 😀 😀

  3. Ein toller, umfangreicher und aufwendiger Test, den du da durchgeführt hast! Das ist sehr aufschlussreich, gerade wenn man überlegt mehr in die Richtung Mixed Media zu gehen. Denke, für wasserfestes Verhalten sollte man Tusch-Fineliner kaufen, wohingegen die mit Tinte (Stabilo) da natürlich verlaufen. Auch ein Kugelschreiber ist für nasse Techniken geeignet.
    Danke für den super Test!

  4. Ha, sehr gut! Danke, dass du dir die Arbeit machst – was für ein Service!
    Ich nehme jetzt einfach mit, dass ich bei meinen Copic-Tintenstiften bleibe, und ich nichts verpasse, wenn ich die anderen Marken nicht ausprobiere 🙂

    Liebe Grüße,
    Gesche

  5. Ima

    Hi, Danke für dieses ausführlichen Test!
    Mich würde außerdem das durchbluten/durchdrücken auf dem Papier (vor allem Druckerpapier) interessieren. Hast du zufällig eine Aufnahme von der Rückseite des Papiers?

    1. Hallo Ima,
      danke für dein Feedback.

      Ich habe mal meine Testblätter raus gesucht und dir die Rückseiten eingescannt und in den Artikel eingefügt. 😉
      Manche Linien sind zwar auf der Rückseite zu erkennen, aber die eigentlichen Finelinerlinien drücken nicht durch das Papier durch. Vorsicht ist bei z.B. Druckerpapier bei Marker- und Aquarellfarbe geboten.

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