Kritisiert werden macht keinen Spaß

(Fast) Jeder hasst es kritisiert zu werden und kaum einer traut sich dazu zu stehen, weil es dann sofort heißt man sei nicht kritikfähig. Doch ist es wirklich ein Zeichen von Kritikunfähigkeit, wenn man nicht immer zu allem Kritik haben möchte?

In diesem Artikel schildere ich meine Gefühle, die ich habe, wenn ich mit Kritik konfrontiert werde, die ich nicht haben wollte.

 

Anspruch an den Kritiker

Da generell der Anspruch erhoben wird, dass der Kritisierte mit Kritik umzugehen habe, darf ich als Kritisierter auf der anderen Seite auch Ansprüche an meine Kritiker stellen. Denn nicht jede Art von Kritik ist hilfreich und bringt mich weiter. Letztendlich sollen die Verbesserungen nicht nur einem einzelnen dienlich sein, sondern sich auch anderen Lesern meiner Artikel bzw. Betrachtern meiner Bilder erschließen.

Niederschmetternde Kritik
Kritik, die entmutigt

 

Kritik, mit der ich kein Problem habe

  • Sachliche Hinweise auf Fehler im Text, sowohl inhaltlich als auch auf Rechtschreibung und Grammatik bezogen
  • Eigene Meinungen MIT Begründungen – die Begründungen sind immer etwas, womit man als Autor arbeiten kann. Ansonsten steht eine Meinungsaussage nur für sich im Raum
  • Verbesserungsvorschläge, wo es WIRKLICH etwas zu verbessern gibt und das auch realistisch ist, dass es umgesetzt werden kann
  • Grundsätzlich freundlich formulierte und (gut) begründete Kritik

 

Kritik, mit der ich Probleme habe

  • Pauschale Verurteilungen bzw. Herabwürdigungen, weil es nicht den persönlichen Geschmack trifft
  • Überzogene, unrealistische Vorstellungen
  • Sich an Kleinigkeiten / Nichtigkeiten hochziehen, weil man etwas zum Meckern gesucht hat
  • Grundsätzlich unbegründete und vor allem den Ton nicht treffende Kritik

 

Bitte mit Gefühl

Sobald neue Kommentare oder E-Mails bei mir eintrudeln, macht mein Herz erst einmal ein paar nervöse Sprünge. Das liegt vielleicht auch daran, dass Kritik zu gefühlten 80% eben nicht den oben genannten Wunsch-Kriterien entsprechen, sondern leider eher in die zweite Sparte fallen (wie ich es nicht mag). Mit Kritik meine ich in diesem Zusammenhang auch wirklich Kritik und keine bloßen unkonstruktiven Meinungsäußerungen (wobei „unkonstruktiv“ hier bitte nicht negativ verstanden werden soll).

Wenn ich stunden- oder gar wochenlang an einem Artikel bzw. Bild gesessen habe und dann Kritik a la „Das und das gefällt mir nicht, deswegen ist es komplett Mist“ bekomme, dann trifft es mich einfach! Muss das komplette Ergebnis dann durchgefallen sein, nur weil die Erwartungen des Kritikers nicht erfüllt wurden? Kann man nicht das Produkt objektiv so betrachten wie es ist und seine eigenen Erwartungen als Ergänzungen sehen?

Just Me
Just Me

Der viel berühmte Ton macht hier ganz besonders die Musik. Solche Art Kritik kommt bei mir immer sehr harsch an und verletzt eher nur als das sie hilft.

 

Faule Ausrede, oder?

Oftmals habe ich das Gefühl, dass solche Kommentare zumeist dann kommen, wenn der Sinn und Zweck, den ich verfolgt habe, nicht erkannt wurde. Manchmal denke ich, ich mache es mir zu leicht mit dieser Erklärung. Oft genug mag das vielleicht sogar stimmen. Jedenfalls stelle ich mir selbst immer kritisch die Frage ob wirklich mein Thema miss gedeutet wurde oder ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Weder das eine noch das andere erschließt sich dann leider aus der Kritik (weil in der Regel eben die Begründung fehlt).

Habe ich genügend Feedback um die einzelnen Stimmen gegeneinander aufzuwiegen, dann fällt es mir leichter dies zu beurteilen, als wenn ich noch gar keine oder nur ganz wenig Rückmeldung zu dem Thema bekommen habe.

Oft genug gibt es auch einfach nur verschiedene Ansichten und dann ist meine, wenn sie nicht der des Lesers entspricht, naturgemäß die Falsche.

 

Zu hohe Erwartungen

Vielleicht ist es auch einfach nur mein zu professionelles Auftreten für eine Hobbyseite, was gefühlt mit meinen Inhalten so nicht mithalten kann. Bedenkt man, dass ich oft im Plural angeschrieben werde, gesiezt werde oder man gar eine Firma hinter meinen Webseiten vermutet, mag das vielleicht sogar relativ nahe liegen.

Ein gewisser Anspruch an sich selbst, sollte schon sein. Nur den Umfang dieses Anspruchs möchte ich bitteschön immer noch selbst definieren.

In der Regel steht die Freude am Schreiben, Lesen und Korrigieren bzw. am schlichten Zeichnen und Malen bei mir an erster Stelle. Ich freue mich, wenn das Ergebnis überzeugen kann und konsumiert wird, doch das ist nicht mein Hauptmotiv etwas zu tun.

 

Kommentare willkommen

Klar freue ich mich dann auch über Kommentare, die mir zeigen, dass mein Bild gesehen oder mein Artikel gelesen wurde. Diese dürfen dann auch gerne kürzer ausfallen, wenn nicht viel zu sagen ist, man aber dennoch ein kurzes Feedback „Ich habs gelesen“ geben möchte. Wie im MeinBloggerForum auch besprochen, sind mir kurze Rückmeldungen sogar lieber als gar kein Feedback zu bekommen.

Kommentar
Kommentare? Gerne!

 

Was ich eigentlich sagen wollte

Ich freue mich sehr über deine Korrekturen, Änderungswünsche, Ideen oder Verbesserungsvorschläge. Nur deinen Frust, den kannst du bitte für dich behalten. 😛

Und auch wenn vielleicht der Eindruck beim Lesen dieses Artikels entstehen mag, es gab keinen konkreten Anlass zu diesem Artikel. Ich hatte nur grade Lust meine Überlegungen zu diesem Thema einfach mal kund zu tun. 😉

 

Weiterführende Links

 

Produktempfehlungen

Amazon: Zeichenschule Menschen
Zeichenschule Menschen
Amazon: Perspektive Grundlagen
Perspektive Grundlagen
Amazon: Garantiert zeichnen lernen
Garantiert zeichnen lernen
Amazon: Grundkurs Zeichnen
Grundkurs Zeichnen
Folge mir

Zeichenkurs

Ich bin eine nerdige Zeichnerin. Durchs Zeichnen bin ich zu meiner ersten Webseite gekommen und damit zu viel Fachwissen und meinen Beruf.
Am liebsten zeichne ich kleine Comictierchen oder so Zeugs mit Comicaugen - und Meerjungfrauen! ^^ Meine Lieblinge sind die Touch Marker, aber ich probiere mich - auch dank des Blogs - durch alle Materialien und Motive durch.
Ich stehe jederzeit offen für Fragen und freue mich riesig über dein Feedback! 😉

LG Steffi
Folge mir


Teil doch mal!
Share on Facebook0Share on Google+1Tweet about this on TwitterPin on Pinterest0Share on Tumblr0Email this to someonePrint this page

10 Comments

  1. BaroueNoire

    Ja, ich fühle aus ganzem Herzen mit. Gegen konstruktive Kritik habe ich auch nichts. Auch muss Kritik nicht immer mit einem Schleifchen verpackt daher kommen, sondern menschlich formuliert sein. Am liebsten sind mir „Ich-„Botschaften. Viele Leute schreiben jedoch leider und lieber in „Du-„Botschaften. Destruktive Kritik nimmt mich, je nach Tagesverfassung, mal mehr, mal weniger mit. Manchmal frage ich mich auch, warum gerade manchmal einige professionell-arbeitende Künstler geradezu eine Art sadistische Ader besitzen, um Hobby-Künstlern mit Kritik eins reinwürgen zu wollen, so wirkt es auf mich manchmal. Damit meine ich nicht nur Künstler, die mit Farben arbeiten, sondern auch z. B. Fotografen. Aber genug gejammert.

    Du bist nicht allein 🙂

    1. Hallo BaroueNoire, danke für deine Anteilnahme. 🙂

      Grade die unerbete Kritik bei der man den Eindruck bekommt, der Kritiker wollte sich selbst besser damit fühlen, nimmt gefühlt seit Boom der sozialen Medien zu. Grade die Anonymität verleitet viele wohl auch dazu.

  2. Als Blogger muss man sich schon ein dickes Fell zulegen 🙂

    Bei besonders harscher Kritik denke ich mir immer, dass diese mehr über den Kritiker als über den Kritisierten aussagt 😉

  3. Ich stimme dir absolut zu. Wenn ich es mal auf meine Bilder beziehe, dann ist es so, dass ich Kritik, wie „Schatten falsch gesetzt, Logikfehler (besonders beim Menschen)“ usw. sehr gut finde. Also, alles was mit der Zeichentechnik an sich zu tun hat z.B.

    Was ich allerdings nicht verstehe, ist sowas wie „Die hat viel zu große Brüste und ist zu stark geschminkt, wozu malt man sowas. Das ist diskriminierend für das Frauenbild. Das ist echt traurig“.. habe ich so in der Art vor kurzem erst bekommen und dann denke ich so.. hm. Muss ich nun jedes mal die Gesellschaft fragen, ob es ok ist, wenn meine Comicfigur nicht wie ein real existierender mensch aussieht? Oder auch „Der Kopf ist zu groß, im Vergleich zu den Armen etc“. was soll ich denn damit anfangen? Ich kann meinen Stil doch nicht den „Kritikern“ anpassen. Ich verstehe teilweise die Menschen nicht.

    Liebe Grüße
    ella

    1. Hallo Ella,
      ja das ist mir leider auch so manches Mal unter gekommen. Bei denen, die nicht zeichnen, wird sehr sehr oft nur der (hyper) realistische Zeichenstil als wirkliche Kunst anerkannt und wert geschätzt. Diejenigen, die selbst zeichnen, wissen, dass jeder Strich, den man aufs Papier bringt, eine echte Herausforderung ist.

      1. Ja, das stimmt. Auch sehr oft ist es so, dass ich zu hören bekomme, dass digitales Zeichnen ja gar nicht vergleichbar ist, mit dem „realen“ Zeichnen. „Ach, am Pc malen, das kann ja jeder“. Aber ausprobiert haben sie es leider nie. Schade sowas.

        1. Ich finde, dass es sogar erheblich schwerer ist am PC zu zeichnen als auf dem Papier, ganz besonders, wenn man entweder mit der Maus zeichnen muss oder noch nicht so sehr an ein Grafiktablett gewöhnt ist.

  4. Ja, das stimmt. Zu Anfang habe ich auch mit der Maus gezeichnet. Das ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit 😀 Wer mit der Maus ein gutes Bild zustande bekommt, bekommt meinen höchsten Respekt. Der Unterschied zum normalen Zeichnen mit dem GT ist eigentlich nicht so groß, finde ich, nur dass man digital wesentlich mehr Möglichkeiten hat, was Effekte usw. angeht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.