Als Künstler Geld verdienen – Wie anfangen?

Um mögliche Enttäuschungen vorweg zu nehmen: ich selbst verdiene nicht als Künstler mein Geld.

In diesem Artikel schreibe ich lediglich meine Überlegungen, wie ich anfangen würde, wenn ich dieses Projekt in Angriff nehmen würde. Darin enthalten sind aber auch Wege, die ich bei anderen Künstlern erkannt und als vielversprechend eingestuft habe. 😉

 

Mein 6 Schritte Plan zum Berufskünstler

Ich habe mir 6 einzelne Schritte überlegt, die ich als Künstler gehen würde, welche auch bevorzugt in dieser Reihenfolge umgesetzt werden sollten.

Natürlich ist der Erfolg größer, je mehr Mühe und Zeit man in dieses Unternehmen steckt – aber eine gute Portion Glück gehört (leider) auch immer dazu.

 

1.  Üben, üben, üben & ein Portfolio aufbauen

Unter Punkt 1 sind sozusagen die Grundbedingungen, die du mit bringen musst bevor du überhaupt an eine Selbstständigkeit denken kannst.

An dieser Stelle möchte ich nicht unterschlagen, dass talentierte bzw. sehr geübte Künstler es natürlich leichter haben ihre Bilder an den Kunden zu bringen.

Populär sind derzeit Porträts (von Prominenten) und Zeichnungen von Haustieren. Je besser (oder in den Augen des Laien „realistischer“) diese umgesetzt sind, desto besser.

Ein Bild zeichnen
Übung macht den Meister

 

Aber auch Künstler mit einem sehr erkennbaren individuellen Stil haben gute Chancen sich zu etablieren.

Nutze also die Zeit vorab intensiv zu üben und baue dir gleichzeitig ein Portfolio mit den Bildern auf, mit denen du dich bei Interessierten dann als Künstler bewerben kannst.

Wer jetzt schon mit dem Gedanken spielt einmal Aufträge entgegen zu nehmen, der tut gut daran sein Portfolio in einer Mappe oder Fotobuch abzubilden, damit man es mit nehmen und vorzeigen kann.

 

2. Seine Marke etablieren und Bekanntheit aufbauen

Du kannst Schritt 1 mit Schritt 2 direkt verbinden indem du die Öffentlichkeit an deinem Werdegang teilhaben lässt.

Dies funktioniert über das Internet natürlich am leichtesten und kostengünstigsten. Sei es über eine eigene Webseite bzw. Blog, ein Socialmedia Profil oder Profil auf einer Künstlerplattform.

Auch offline gibt es Möglichkeiten sich zu etablieren. Man kann (kleinere) Zeitschriften und Magazine in seiner Stadt anschreiben und diese beispielsweise um ein Interview bzw. Review bitten oder man kann an Events und Messen bzw. Märkten teil nehmen. Auch Gedrucktes ist immer ein guter Werbeträger. Eine gute Portion Phantasie gehört schon dazu.

Wichtig ist bei diesem Schritt, dass man an die Öffentlichkeit geht und sich potenziellen Kunden schon einmal mit seinen Bildern vorstellt.

Hallo! Hier bin ich!
Hallo! Hier bin ich!

 

3. Ausstellungen organisieren

Ich war mir ein wenig unsicher an welcher Stelle ich den Punkt mit den Ausstellungen setzen sollte. Denn ob du erst Aufträge annimmst oder erst an eine Ausstellung kommst, ist eigentlich variabel.

In der Regel, um an Schritt 2 anzuknüpfen, führt die Öffentlichkeitswirkung zu Aufträgen – daher habe ich das Organisieren von Ausstellungen an Punkt 3 gesetzt.

Auch hier ist Phantasie und Engagement gefragt. Und auch eine gute Portion Selbstbewusstsein gehört dazu um an die entsprechenden Stellen heranzutreten und sie um die Ausstellung der eigenen Bilder zu bitten.

Fotogalerie
Traum von einer Galerie?

 

Mögliche Orte zum Ausstellen könnten sein:

  • (Tier-) Arztpraxen
  • Restaurants
  • Friseursalons (hier haben die Kunden viel Zeit die Wände zu betrachten 😉 )
  • Kleinere Geschäfte
    insbesondere Inhaber von Läden, deren Schaufenster derzeit leer stehen, könnten Interesse an einer dekorativen Ausstellung haben
  • Hotels, Krankenhäuser und andere größere Gebäude mit viel Publikumsdurchlauf
  • aber auch private Wohnungen (Leute mit einem großen Freundes- und Bekanntenkreis und viel Besuch sind da natürlich besonders attraktiv)
  • was immer dir noch einfällt 😉

Ob nun zwingend Preise an den Bildern angebracht sein sollten, da scheiden sich die Geister (könnte zu marktschreierisch wirken).

Wichtig ist, dass die Bilder an diesen öffentlichen Plätzen mit deinen Kontaktdaten versehen sind. Dein Name, Telefonnummer oder E-Mailadresse sollten also direkt erkennbar sein.

Besser noch, wenn du Visitenkarten oder Flyer an der Kasse bzw. Foyer auslegen darfst, damit sich Interessierte die nötigen Informationen mitnehmen können.

Nutze solche öffentlichen Auftritte aber auch um dich in der Presse zu platzieren. Grade Lokalredakteure sind für solche Geschichten dankbar. 😉

 

4. Zielgruppe finden & erste Aufträge annehmen

Wie gesagt, ist es nicht unwahrscheinlich, wenn du erst Aufträge bekommst und dann erst dazu kommst deine Bilder auszustellen.

Dennoch ist dieser Schritt der, mit dem du letztendlich dein Geld verdienst und damit der Wichtigste.

Um deine Bilder verkaufen zu können, musst du natürlich deine Zielgruppe kennen. Diese kann sich entweder nach deinen Bildern richten (wenn du deinen eigenen Stil vordergründig verfolgst) oder deine Bilder richten sich nach deinen potenziellen Käufern (Angebot und Nachfrage eben).

Wenn die ersten Aufträge kommen, hadert ein Künstler nicht selten mit dem Preis. Hier ist es wichtig selbstbewusst zu sein und einen fairen, guten Preis für seine Bilder zu verlangen.

Geldscheine
Den Wert eines Bildes in Geld bewerten?

 

Der Preis bemisst sich in der Regel nach der Art des benutzen Materials, der Größe des Bildes und damit der eingesetzten Zeit.

Die Angst sich weitere Kunden mit zu hohen Preisen zu vergraulen ist zwar nachvollziehbar, aber unbegründet. Mit zu niedrigen Preisen erwirbt man sich eher den Ruf eines Hobbykünstlers, der entweder nur „Ramsch“ verkauft oder es nicht ernst mit seiner Kunst meint.

Wer als Künstler ernst genommen werden will und will, dass seine Bilder wert geschätzt werden, der verkauft sich und seine Bilder nicht unter Preis.

Auf Kunden, welche nur ein Schnäppchen wollen, darf man als (angehender) Selbstständiger gerne verzichten.

Steht bei dir das Hobby im Vordergrund, dann darfst du diesen Punkt natürlich anders handhaben – aber dann wird es schwer irgendwann über das Hobby hinaus zu wachsen.

 

5. Referenzen und Empfehlungen

Mit den ersten zufriedenen Kunden folgen nicht selten schnell die Nächsten.

Die Mund-zu-Mund Propaganda (oder schlicht Mundpropaganda) darf man nicht unterschätzen. Sie ist die Basis eines jeden Selbstständigen.

Aus diesen und weiteren Gründen sollte man als Selbstständiger auch immer bemüht sein seine Kunden zufrieden zu stellen. Zufriedene Kunden empfehlen einen gerne weiter.

Kunden reden miteinander

 

Auch hierfür sind gedruckte Werbemittel wie Visitenkarten oder Flyer sehr hilfreich. Man kann seinen Kunden ein Exemplar mit geben, sodass dieser es an seine Bekannten weiterleiten kann.

Auf diesen Werbemitteln sollten natürlich die Kontaktdaten stehen und was man kann. Wer eine Webseite oder Socialmedia Profil hat, sollte auch dies erwähnen.

Neukunden können sich dann bereits im Internet ein Bild vom Portfolio des Künstlers machen.

 

6. Am Ball bleiben und sich vernetzen

Nur mit Regelmäßigkeit und Engagement wird man wirklich erfolgreich.

Wer nach wenigen Mühen bereits die Flinte ins Korn wirft, wird es nicht weit bringen. Ohne Anstrengung und viel Zeit kann es nicht gelingen. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Gelangweilt? - Pixabay: PublicDomainPictures
Gib dir Mühe! Von Nichts kommt Nichts.

 

Ich sage da gerne auch: Selbstständig kommt von selbst und ständig. 😉

Auch solltest du gute Kontakte zu anderen Künstlern pflegen und dich mit ihnen (online) vernetzen. Wenn man sich als Künstler ergänzt, ist es nicht unwahrscheinlich sich später gegenseitig Aufträge zu zuschieben (weil man derzeit z.B. keine Zeit hat oder der Kunde etwas wünscht, das man nicht leisten kann).

 

Weitere Überlegungen

Nun noch einige weitere Überlegungen, die man sich vorab durch den Kopf gehen lassen sollte:

  • Frage dich ob du direkt in Vollzeit durchstarten willst oder es erst neben dem Beruf versuchst
  • Bedenke, dass die Liebhaberei ab einem gewissen Punkt zu Ende ist und du steuerpflichtig wirst – ein Steuerberater ist hier eine gute Wahl
  • Überlege dir weitere Strategien Bilder zu verkaufen – es müssen bspw. nicht immer Originale sein, auch Drucke (Postkarten, auf Leinwand, Schlüsselanhänger, Tassen, Mousepads, Kalender etc.) können reizvolle Geschenke für Kunden darstellen
  • Über den Verkauf von Bildern hinaus: wie kannst du als Künstler noch Geld verdienen? Kurse geben wäre eine Möglichkeit. Überlege dir Weitere 😉
  • Wenn du dich dazu entscheidest Vollzeitkünstler zu werden, bedenke Aspekte wie Kranken- und Rentenversicherung. Vielleicht musst du dich auch bei der Künstler-Sozial-Kasse (KSK) versichern?

 

Eure Strategien und Erfahrungen?

Schreib mir deine Pläne, wie Du das Thema „von der Kunst leben“ angehst.

Oder hast du bereits erste Erfahrungen damit machen können? Dann lass andere daran teil haben und schreib mir einen Kommentar! 😉

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Ich bin eine nerdige Zeichnerin. Durchs Zeichnen bin ich zu meiner ersten Webseite gekommen und damit zu viel Fachwissen und meinen Beruf.
Am liebsten zeichne ich kleine Comictierchen oder so Zeugs mit Comicaugen - und Meerjungfrauen! ^^ Meine Lieblinge sind die Touch Marker, aber ich probiere mich - auch dank des Blogs - durch alle Materialien und Motive durch.
Ich stehe jederzeit offen für Fragen und freue mich riesig über dein Feedback! 😉

LG Steffi
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2 Comments

  1. Hallo Stefanie

    Mit Kunst Geld verdienen ist ein sehr schwieriges Thema. Viele Punkte hast du ja schon aufgegriffen und geben für viele Besucher dieses Blogs eine gute Orientierung. Der wichtigste Punkt bei diesem Thema ist auf jedenfall die Zielgruppe, denn nach dieser richtet sich alles. Hat man seine Zielgruppe festgelegt kann man sich über alle anderen Punkte einen Kopf machen.
    Für mich ist auch entscheident das man allein nicht an sein Ziel kommt!!! Darum sollte man sich Gleichgesinnte suchen, um im Internet gleich von Anfang an mit einem starken Netzwerk zu starten.

    Super Blog

    Liebe Grüße

    Merten Riesner

    1. Hallo Merten vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ja da sagst du was! Kooperationen sind wirklich sehr wichtig. Besonders dass man mindestens so viel gibt wie man nimmt.

      Leider ist das extrem schwierig, weil die deutsche Mentalität immer diesen Einzelkämpfer Gedanken und Egoismus beinhaltet. 🙁
      So jedenfalls meine Erfahrungen der letzten 10 Jahre.

      Da können wir noch viel von den Amerikanern lernen. 🙂

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