Einen eigenen Blog schreiben / Deine eigene Künstlerwebseite
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Künstlerwebseite erstellen – So geht’s!

So kannst du dir deine eigene Künstlerwebseite erstellen – ein paar Tipps und Tricks von einer langjährigen Webdesignerin. 😉

Künstlerwebseite erstellen

In diesem Artikel möchte ich meinen reichen Erfahrungsschatz bezüglich Websiteerstellung, Websitehosting und allgemein meine Überlegungen zu einer eigenen Künstlerwebseite teilen.

Dabei möchte ich nicht auf konkrete Angebote einzelner Dienstleister eingehen – diese ändern sich zu rasant um da immer den aktuellesten Überblick zu behalten. Vielmehr möchte ich dir einen Überblick darüber geben, was du mindestens benötigst an Dienstleistung, Können und Know-how und was dich das inetwa kosten darf. 😉

Das Wichtigste vorweg:
Du brauchst niemanden, der dir die Webseite erstellt*. Das kannst du mit wenigen Klicks ganz einfach selbst erledigen.

Du musst dir nur die nötige Zeit nehmen und rudimentäres Wissen aneignen, auf das ich unten näher eingehen werde. 😉

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Deine eigene Künstlerwebseite

*Wenn du keine Lust hast, dich mit deiner Webseite zu beschäftigen, aber dennoch gerne eine hättest, dann bleibt es dir natürlich unbenommen, dies an einen Dienstleister zu delegieren. Diese findet man reichlich.

 

Hoster – Welcher Anbieter ist der Richtige für mich?

Eine Webseite braucht ein festes Zuhause im Internet, damit sie jeder finden und aufrufen kann. Und dieses Zuhause bietet üblicherweise ein Webhoster. Dies ist ein Dienstleister, der dir Server mit Speicherplatz, Software und Domain sowie den ganzen Service drum herum bereit stellt.

 

Grundsatzfragen

Grundsätzlich sollte man sich vorab einige Fragen stellen und beantworten. Danach sollte man nämlich seinen Hoster auswählen.

 

Budget

Wie viel Geld möchte ich monatlich überhaupt ausgeben?
Man kann für seine Webseite 5 Euro im Jahr oder sogar für 50 Euro im Monat ausgeben – je nachdem welche Ansprüche man an seine Seite, sein Können und seine Vorhaben stellt.

Für eine reguläre Portfolio-Seite reicht üblicherweise ein Budget von 5-10 Euro im Monat, je nach Hoster und Paketumfang.

 

Achtung!

Die Hoster locken gerne mit 1,- € Angeboten, welche nur wenige Monate zu dem Preis gelten. Danach kostet dich das Paket monatlich bis zu 10 Euro. Also immer auf das Kleingedruckte achten und hinterher nicht ärgern. 😉

 

Welcher Service wird mir geboten?

Ein gutes Grundpaket enthält üblicherweise:

  • 1 Domain
  • bis zu 10 E-Mail Postfächer (meistens eher viel, viel mehr)
  • 1 GB Webspace (Speicherplatz)
  • Traffic inklusive (das ist wichtig, sollte aber inzwischen auch Standard sein)
  • Mindestens 1 Datenbank (meistens mehrere)
  • 1-Click CMS Software Installationen (wie WordPress, Joomla, Magento etc.)
  • 1 SSL Zertifikat (bewirkt besondere Sicherheit – das “Schloss” im Browser vor der Webadresse wird “geschlossen”)

 

Was brauche ich überhaupt?

Möchtest du nur eine kleine Portfolioseite erstellen, die du am besten im Browser zusammen stellst, oder kennst du dich ein wenig mit HTML und CSS (die Seitenbeschreibunsgsprachen) aus und kannst deine Seite selbst “programmieren”?

Möchtest du vielleicht sogar einen kleinen Shop integrieren oder gar eine Kommunikationsmöglichkeit mit deinen Fans einbinden?

 

Domain – Wo bin ich zu finden?

Will ich unter eigener Domain erreichbar sein oder reicht mir eine Subdomain (Tochterdomain) des Anbieters aus?
Eigene Domains kosten in der Regel immer ein bisschen extra, können aber auch einzeln (ohne Speicherplatz) gebucht werden.

Der Vorteil ist, dass der eigene (Künstler-) Name bereits die Adresse deiner Webseite ist.

 

CMS – womit die Seite erstellen?

Ein Content Management System (CMS) ermöglicht das Erstellen und Verwalten der Inhalte online über den Browser. Hierfür ist eine Datenbankanbindung nötig, in die die Inhalte gespeichert werden.

Gängige CMSysteme wären Blogsoftwares wie die von WordPress oder Blogger.com. Daneben gibt es auch Websitebaukästen, welche ähnlich funktionieren und einen den Komplettaufbau inklusive Struktur ermöglichen (beispielsweise wix.com oder jimdoo.com).

Bei verschiedenen Systemen gibt es entweder die Möglichkeit bei den jeweiligen Anbietern mittels Subdomain eine Webseite zu erstellen, oder man kann sich bei seinem eigenen Hoster seine Software der Wahl installieren und selbst hosten.

Bei fremd gehosteten Seiten hat man den Vorteil, dass man mit Installation und grundlegendem Einrichten nicht viel zu tun hat und man umfangreichen Service und Hilfe bekommt. Man kann auch eine eigene Domain auf so eine Seite aufschalten.

Der Nachteil ist, dass man an diesen Anbieter gebunden ist und mit seiner Webseite nicht mehr umziehen / wechseln kann. Üblicherweise hat man auch nicht immer den vollen Zugriff auf die Datenbank, sodass man dem jeweiligen Dienstleister ausgeliefert ist.

 

Programmierkenntnisse erforderlich?

Hat man sich für ein bestehendes CMS entschieden, braucht man nichts mehr zu programmieren. Auch sogenannte Add-Ons (Erweiterungen) werden meistens von Firmen oder einer starken Community programmiert und können oftmals in einer Basisversion gratis genutzt werden.

 

Optik

Mit dem Aussehen der Webseite verhält es sich ähnlich. Hier werden viele sogenannte Templates (Gestaltungssets) angeboten, welche man kostenlos (als Basisversion) herunterladen und einbinden kann.

Es sind dann, je nach Template, mehr oder minder umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten hinsichtlich Farbe, Schriftart und Bilder möglich.

Achte bei dem Template gleich darauf, dass dieses “responsiv”, also für mobile Endgeräte nutzbar ist. Moderne Templates passen Texte und Bilder an die Bildschirmgröße automatisch an, sodass Besucher die Inhalte bequem am Handy, Tablet oder Computer betrachten können.

 

Content ist King – Es geht um Inhalte!

Ein Credo unter Webdesignern lautet “Content ist King”, der Inhalt einer Webseite ist also das Wichtigste.

Letztendlich schaut sich niemand deine Webseite an, weil sie so schön gestaltet ist, sondern weil man an den Inhalten interessiert ist. Und hier lohnt es sich, den Großteil der Arbeit rein zustecken und zu überlegen, was man überhaupt mitteilen möchte.

 

Über mich Seite

Auf eine ordentliche Künstlerwebseite gehört zu aller erst eine “Über mich” Seite, auf der du dich deinen Besuchern kurz oder ausführlich (ganz nach deinem Stil) vorstellst.

Ich mit einem Metalletui der Koh-I-Noor Mondeluz
Ich mit einem Metalletui der Koh-I-Noor Mondeluz

Mich persönlich interessieren auf solchen Seiten immer folgende Dinge:

  • Foto – wie sieht der Künstler (jaja, ist auch IMMER die KüntlerIN mit gemeint, also einmal hier ausdrücklich erwähnt 😉 ) aus
  • Alter – das interessiert mich, um die Fähigkeiten und die Erfahrung der Person einschätzen zu können
  • Kunsterfahrung – wie lange malt und zeichnet der Künstler schon
  • Material – mit welchen Materialien wird gezeichnet / gemalt
  • Persönliches – gerne darf auch ein wenig Privates von sich selbst erzählt werden, das macht den Künstler menschlicher

 

Portfolio & Preise

Hier solltest du unbedingt, je nach Kategorie, die du anbietest, 5 deiner BESTEN Bilder zeigen. Du solltest dann mindestens 1-2 Sätze jeweils zu deinem Bild dazu schreiben (siehe unten den Punkt SEO).

Zeig dich ruhig auch, während du zeichnest und malst, damit der Betrachter sich ein extra Bild von dir machen kann.

Wenn du deine Bilder verkaufen möchtest, schreib direkt, welche Preise du für diese nimmst. Und wenn du anbietest, Bilder zu zeichnen und zu malen, schreib direkt, welche Preise für welches Material und für welches Format du nimmst. So kann man dich direkt einordnen.

Hier kannst du auch schon auf dein Kontaktformular verweisen.

 

Kontaktmöglichkeiten

Ob als eigene Seite oder unten in den Footer deiner gesamten Webseite, biete gleich mehrere Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme an.

Du hast die Möglichkeit deine E-Mailadresse anzugeben und/ oder ein Kontaktformular einzubinden. Manche Leute möchten lieber telefonieren, auch das kannst du anbieten (Festnetz oder mobil), du musst aber nicht.

 

Das Formular deiner Künstlerwebseite

Für Kontaktformulare gibt es für die verschiedenen CMSysteme entweder schon fertige Lösungen mitbei, oder man kann sich eine Erweiterung dafür installieren.

Wenn du dein Formular selbst zusammen stellen kannst, biete Felder für alle Informationen an, die du brauchst.

 

Social Media Kanäle

Wenn du Profile auf den üblichen Social Media Kanälen (Facebook, Instagram, Youtube, TikTok und wie sie alle heißen) hast, gib sie auch gleich mit an. Ob nun im Fuß (Footer) oder Kopf (Header) deiner Webseite, liegt ganz an deinen Geschmack.

 

Gästebuch – Ja oder nein?

Früher war es üblich, ein Gästebuch auf seiner Seite anzubieten um Rückmeldungen von seinen Seitenbesuchern zu bekommen.

Das kann man machen, man kann aber auch die Kommentarfunktion seines CMS nutzen, wenn es soetwas hat. Man sollte aber bedenken, dass wenn man nur wenige Besucher hat, das Feedback nicht sehr zahlreich sein wird. Wenn der letzte Eintrag Jahre alt ist, sieht das auch nicht schön aus.

Frage lieber deine Kunden, ob du kurze Stetments von diesen auf deiner Seite einbinden kannst. Das gibt anderen Interessierten eine kurze Rückmeldung über die Zufriedenheit zu deinen bisherigen Projekten und wirkt persönlicher.

 

Das Rechtliche nicht vergessen

Ein Impressum und der Hinweis auf den Datenschutz (besonders, wenn du eine Analyse deiner Seitenbesucher oder social Media Inhalte direkt eingebunden hast), sind leider unumgäglich.

Ein vollständigs Impressum beinhaltet deinen vollen Namen, eine Anschrift und eine elektronische Kontaktmöglichkeit. Wenn du eine Umsatzsteuernummer hast, gehört die auch da rein.

Beachte bitte auch immer sich ändernde Gesetze. Insbesondere die DSGVO hat Webseitenbetreiber dazu verpflichtet die Nutzung von Cookies (kleine Textdateien, welche Informationen zu den Besuchern beinhalten) zu regulieren. Manche technischen Gegebenheiten sind wichtig für ein reibungsloses Betreiben einer Webseite. Weise Besucher mit einem Cookiebanner dann darauf hin.

Zu bedenken gibt es auch immer das Urheberrecht. Auch wenn man als Künstler wohl nicht unbedingt Bilder und Texte anderer Ersteller nutzen müsste, kann es immer wieder vorkommen. Versichere dich, dass du die Inhalte, die du nutzt, auch nutzen darfst und gib entsprechend die Quelle an.

 

Sonst noch was vergessen?

Gibt es sonst noch etwas, das du unbedingt deinen Seitenbesuchern mitteilen möchtest? Frag immer Außenstehende, was diese zu deiner Künstlerwebseite sagen und ob sie Verbesserungsvorschläge haben.

Auch eine Rechtschreibkorrektur (beispielsweise per Browser Plugin) ist nie verkehrt. Grammatikfehler erkennt man meistens dann, wenn man seine Sätze (am besten laut) noch einmal liest. Davor gefeiht ist man natürlich nie. Daher empfiehlt sich auch hier Hilfe von jemandem, der kurz Korrektur liest.

 

SEO – Irgendwas mit Suchmaschine und so

Eine Künstlerwebseite erstellen und mit Inhalten bestücken ist die eine Sache. Gefunden werden, die andere.

Überleg dafür zunächst, mit welchen 3-5 Schlüsselwörtern du gefunden werden willst. Hierfür bieten sich auch Phrasen wie “Bilder zeichnen lassen” oder dergleichen an. Auch Lokalität ist sicher nicht uninteressant, auch wenn man Vieles per Post und elektronischer Kommunikation regeln kann. Bietest du aber beispielsweise auch Kurse oder Malereien am Live-Objekt an, dann wäre es schon gut, wenn man in seiner näheren Umgebung gefunden wird.

Eine weitere Hilfe wäre der Google Keyword-Planner.

Ansonsten bedenke immer, dass du mit deiner Webseite ein kleiner Fisch in einem rieeeeeesigen Ozean bist. Die Zahl der Mitbewerber ist groß und die Möglichkeit, dass man ausgerechnet dich findet, eher klein.

 

OnPage und OffPage Optimierung

Das Wichtigste für die Suchmaschinenoptimierung (SEO = Search Engine Optimisatzion), ist der Inhalt deiner eigenen Seite sowie dessen Struktur. Alles, was dies betrifft, wird als OnPage Optimierung (also auf der Seite) bezeichnet. Hier hast du die größten Einflussmöglichkeiten und auch die meiste Arbeit.

Da wären so Dinge wie, die Überschriften (H1 bzw. H5), mit denen du die Inhalte deiner Seite strukturieren solltest. Dann Hervorherbungen mittels fett oder kursiv. Externe wie interne Verlinkungen zum Thema deiner Seite werden von der Suchmaschine auch gerne gesehen. Und nicht zuletzt die Beschreibung von Bildern, sowohl im Dateinamen, als auch über den Alt-Tag (alternativer Text) ist wichtig.

Der eigentliche Text sollte mindestens 250 Wörter lang sein und davon sollte dein Hauptschlüsselwort mindestens 2-3 Mal vorkommen (je nach Textlänge gibt es da einen prozentualen Anteil, den man inetwa einhalten sollte). Achte aber darauf, dass du es nicht übertreibst! Besucher und Suchmaschine mögen das dann beide nicht. In der Regel ist ein flüssig lesbarer, informativer Text, der in erster Linie für die Besucher geschrieben wurde, am besten.

Die OffPage Optimierung betrifft das, was man auf anderen Webseiten tun kann. Hier ist zunächst Kommunikation gefragt, denn man muss sich bei anderen Seitenbetreibern bekannt machen und um Verlinkung bitten. Mit guter Netzwerkarbeit erreicht man in der Regel mehr, als wenn man aufdringlich fremde Webseiten voll spammt.

 

Weitere Hilfen

Und weil das Thema SEO webseitenfüllend ist, verweise ich an dieser Stelle auf andere Seiten, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen und entsprechend Ahnung haben, zumal man bei dem Thema immer wieder schauen muss, ob es Neuerungen gibt. Das Wesentliche, was man tun sollte, habe ich oben bereits beschrieben.

 

Netzwerken und andere Künstler kennenlernen

Wie zum Thema OffPage Optimierung bereits angerissen, ist es für die eigene Künstlerwebseite sehr wichtig eine gute Netzwerkarbeit mit anderen Künstlern, Herstellern seiner eigenen Künstlermaterialien und (potenziellen) Kunden zu tätigen.

Dies kann entweder über Kommentare in fremden Blogs oder auf anderen Social Mediakanälen sowie durch Partnerprojekte erfolgen.

Je nachdem, wie viel Arbeit und Zeit man hier hinein investieren kann, kann man sich einen guten Bekanntheitsgrad aufbauen.

Ansonsten sollte man, wann immer möglich, seine Webseite erwähnen (beispielsweise in seinem Social Media Profil oder auf einer Visitenkarte, zum Bild beigelegter Postkarte etc.).

Holzhand reichen und schütteln und halten
Die Hände reichen

 

Hast du noch Fragen zur eigenen Künstlerwebseite?

Das sind schon sehr viele Informationen und dennoch habe ich in diesem Artikel nur die Grundlagen angerissen. Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen. 😉

Wenn du noch konkrete Fragen hast, kannst du sie mir gerne per Kommentar stellen, ich versuche sie, soweit möglich, zu beantworten.

 

Weiterführende Links

Ein Kommentar

  • Stefanie

    Ich habe noch an zwei Stellen (“Rechtliches” und SEO) Text ergänzt, sowie diverse kleine Schreibfehler korrigiert. Wer noch welche findet, kann sie melden oder behalten. ^^

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