Meine fertigen Bilder sehen nie aus, wie in meiner Vorstellung

Fertige Bilder vs Vorstellung – was, wenn meine fertigen Bilder nie so aussehen, wie in meiner Vorstellung? Ein Problem, das wohl fast jeder angehende Zeichner schon kennen gelernt hat.

Fertige Bilder vs Vorstellung

Ich muss zugeben, dass ich für heute eigentlich so überhaupt gar keine Idee hatte, worüber ich schreiben sollte. Die Weihnachtsfeiertage haben mich zeitlich stark gebunden, danach kam ein Kurzurlaub und dann auch schon wieder Silvester und Neujahr. Die häuslichen und familiären Termine und Verpflichtungen hatten vor meinem Blog einfach Vorrang.

Doch an dieser Stelle einen Dank an Stephan, der mir zum Jahresende eine Frage per Mail zukommen ließ, die mich vor einigen Jahren als Zeichner selbst noch umtrieb: fertige Bilder vs Vorstellung, was wenn meine Hand nicht so mitspielt wie meine Fantasie?

Fertige Bilder vs Vorstellung: Vorbilder und Einflüsse beim Zeichnen
Vorbilder und Einflüsse beim Zeichnen

 

Tipps, die helfen können

Ich versuche hier einige Tipps zu geben, von denen ich meine, dass sie helfen können. An sich, seiner eigenen Einstellung und seinen Fähigkeiten arbeiten muss allerdings jeder für sich. 😉

Ich habe außerdem 14 Anfänger Tipps und Tricks zum Zeichnen lernen bereit gestellt, welche einem die typischen Fallstricke aufzeigen und wie man sie vermeiden kann.

 

Nie die Motivation verlieren

Das aller aller aller Wichtigste, das ich IMMER jedem Zeichner ans Herz lege ist; lass dir nicht die Freude am Zeichnen verderben!

Sich selbst enorm unter Druck zu stellen und so frustriert zu sein, dass das Zeichnen keinen Spaß mehr macht, ist der erste große Fehler, den man begehen kann. Bitte nicht! Das Wissen darum, dass es jedem Zeichner, auch denen, die man vielleicht bewundert, einmal genauso ergangen ist und vielleicht auch immer noch ab und an so geht, sollte vielleicht schon beruhigend wirken. 😀

Wenn der Frust zu groß wird, dann lass lieber den Stift eine Weile liegen oder versuche dich von dem Druck insofern zu befreien, dass du schlicht keine Erwartungen an das fertige Bild stellst, sondern ganz nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“ Lockerungsübungen zu Papier bringst.

 

Methoden auf den Prüfstand

Hat man das Gefühl, dass man nicht mehr vorwärts kommt, in seiner Entwicklung, muss man seine Herangehensweise überdenken.

In meinem Artikel „welche Zeichentechnik ist die Richtige für mich“ habe ich die Vor- und Nachteile der gängigen Zeichentechniken vorgestellt. Es lohnt sich durchaus ab und an seine Technik zu ändern um so seinen Horizont und somit seine Fähigkeiten zu erweitern.

Fertige Bilder vs. Vorstellung
Fertige Bilder vs. Vorstellung – die Angst vorm leeren Blatt

Wer sich einmal durch die verschiedenen Methoden durchprobiert hat, kann besser für sich entscheiden, welche Methode ihm am besten liegt. Manchmal ist es aber auch einfach eine Frage des Motivs und man kann besser mehrere Methoden miteinander kombinieren. Hier empfiehlt es sich, offen für Neues zu sein und nicht an „seiner“ Methode zwingend festhalten zu wollen.

Für Zeichner aus dem Kopf kann es beispielsweise auch schon eine große Erleichterung sein, Fotovorlagen zu Hilfe zu nehmen. So wie Zeichner von Fotos vielleicht von der Methode profitieren können die Motive in seine Grundformen zu reduzieren.

 

Erwartungsdruck prüfen

Oftmals ist die eigene Erwartung an einen selbst auch einfach nicht angemessen. Blutige Anfänger können, wenn sie nicht grade begnadet talentiert sind, in der Regel nicht fotorealistische Bilder zu Papier bringen. Hier fehlen dann Erfahrung und Übung.

Keep calm und draw on
Fertige Bilder vs Vorstellung: : Cool bleiben und weiter malen

Oder man übt jeden Tag mehrere Stunden und bekommt den Eindruck sich einfach nicht zu verbessern. Da wird beispielsweise ein „Fehler“ jedes Mal aufs Neue kopiert anstatt seine Herangehensweise permanent zu ändern. Das Gehirn ist ein Muskel, welcher ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden will und ab und an auch mal eine Pause braucht, um das Gelernte zu verfestigen. Wer sich also jeden Tag stundenlang darin übt Augen zu zeichnen, sollte seinen Übungsplan mehr variieren und auch andere Motive und Perspektiven hinzu ziehen.

 

Korrektursehen lassen

Große Erfolge haben Zeichner, die sich von außen motivieren und inspirieren lassen und die auch keine Scheu davor haben, sich Kritik bzw. Hilfe zu ihren Bildern einzuholen.

Die Kritik von anderen Künstlern hat verschiedene Vorteile:

  • Man gewinnt Mut seine Bilder zu zeigen und zu ihnen zu stehen.
    Viele Zeichner „verstecken“ ihre Bilder oder zeigen sie zumindest nicht so offensiv herum, wie dies bei Fotos gemacht würde. Das Zeigen seiner Bilder stärkt das Selbstvertrauen aber enorm, besonders unter Gleichgesinnten.
  • Man lernt, Kritik an seinen Bildern und Kritik an seiner Person voneinander zu trennen.
    Oftmals nehmen Zeichner Kritik an ihren Bildern zu persönlich, weil man ja auch etwas Persönliches in seine Bilder steckt. Aber so tief hinter das Bild schauen kann niemand Außenstehendes, denn man sieht nur das Bild als solches.
  • Andere Sicht auf das Bild, andere Meinung, neue Ideen.
    Man selbst wird mit der Zeit betriebsblind. Daher lässt man auch von anderen Korrekturlesen, weil man selbst die Fehler irgendwann einfach nicht mehr sieht. Und so geht es auch Zeichnern. Andere Zeichner können einen dann auf Ungereimtheiten beispielsweise bei der Perspektive aufmerksam machen, die man selbst schon gar nicht mehr wahrgenommen hat. Hier findest du aber noch einige Tipps um Fehler im eigenen Bild zu finden.

 

Die üblichen Sprüche

Ich bemühe ja gerne Sprichwörter, da in diesen immer ein großer Kern an Wahrheit und Weisheit vorangegangener Generationen steckt und sich diese über die Jahre schlicht etabliert haben. 😉

Die Klassiker, die mir da immer einfallen, lauten:

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Gut Ding will Weile haben.

Übung macht den Meister.

In der Ruhe liegt die Kraft.

Eile mit Weile.

Und so weiter.

Was ich, bzw. diese Sprüche damit sagen will: Es braucht einfach seine Zeit. Von jetzt auf Gleich wird man nicht zum tollen Künstler.

Und auch die Bilder brauchen ihre Zeit. Inzwischen gibt es Instagram-Vergleiche, die Bilder zeigen, wie sie nach 5 Minuten, nach 20 Minuten oder nach 2 Stunden zeichnen aussehen können. Man muss einfach etwas mehr Zeit und Ruhe in Details, Schattierungen und Perspektive investieren, so wie die Idee, das Motiv selbst erst herausbilden muss und man im Kopf planen muss, wie man an ein Motiv zeichnerisch heran geht.

Vorbereitung ist auch so etwas, das viele Zeichenanfänger ganz außer Acht lassen. Hoch motiviert stürzt man sich auf sein Blatt, zeichnet los und schnell kommt die Ernüchterung. Da war ich vor 15 Jahren aber nicht anders. 😉

Und auch Ungeduld ist leider der natürliche Feind des Künstlers. Wie mit dem Instagram-Beispiel oben angedeutet, kommen die besten Ergebnisse zustande, wenn man mehr Geduld in Form von Zeit in sein Bild investiert. Grade Anfänger neigen dazu, den Stift hin zulegen und zu sagen „fertig“, wo ein Profi sich grade erst die Grundlagen geschaffen hat.

Dies sind aber eben die erwähnten Erfahrungswerte, die niemand über Nacht erwerben kann. Die Zeichner, die wir am meisten bewundern, haben Jahre in ihre Ausbildung und in ihren Zeichenstil sowie ihre Zeichenmethode gesteckt – das darf man nie vergessen.

Aber alle haben sie etwas gemeinsam: jeder hat mal bei 0 angefangen. 😉

 

Gutes Gelingen im neuen Jahr!

Ich hoffe, der größte Frust ist beim Lesen meines Artikels schon einmal verflogen und die Motivation lässt sich nun aufrecht erhalten. Gerne beantworte ich auch weitere Fragen. Schreibt mir einfach einen Kommentar oder eine E-Mail. 😉

Ich wünsche Euch viel Erfolg und ein gutes Gelingen im neuen Jahr!

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2 Comments

  1. Melanie

    Da gebe ich dir recht. Ich habe vor einem Jahr angefangen zu zeichnen…wußte oft nicht wie, dann fand ich dein Forum. Ich bekam Kritik und tips und nun sehe ich selber enorme Fortschritte. Natürlich mangelt es Bucht an Lob.
    Man muss bur dran bleiben bin auch so manchesmal fast verzweifelt und ich denke das wird immer so sein aber man macht Fortschritte die man manchmal selber gar nicht sieht aber von anderen darauf angesprochen wird. Das Motiviert mich ungemein dran zu bleiben. NUR NICHT DEN MUT UND DIE FREUDE VERLIEREN.
    LG Melanie

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