Warum Facebook Zeitverschwendung für Künstler ist

Facebook ist eine tolle Sache: man kann (alte) Freunde finden, sich austauschen, recherchieren und ganz herrlich die Zeit vertrödeln.

Doch was, wenn man hierüber konstruktives Feedback oder potenzielle Kunden sucht? Wie sinnvoll ist dann die Nutzung von Facebook als Künstler? In diesem Artikel beleuchte ich einmal die Vor- und Nachteile und erläutere, wieso Facebook für Künstler eigentlich Zeitverschwendung ist.

Gründe als Künstler Facebook zu nutzen

Es gibt verschiedene Gründe, warum Kunstschaffende sich dafür entscheiden ein Profil bzw. Seite bei Facebook einzurichten.

Das kann der Austausch mit Gleichgesinnten (z.B. in Gruppen) sein, der Wunsch Feedback zu den eigenen Bildern bekommen (auf der eigenen Seite oder in Gruppen), die Hoffnung Auftraggeber für die eigene Kunst finden oder schlicht und ergreifend der Wunsch die eigene Bekanntheit zu erhöhen um so ein wenig Ruhm zu erlangen.

Verlinkung auf Facebook /pixabay
Verlinkung auf Facebook /pixabay

 

Vor- und Nachteile

Bei der Nutzung von Facebook Seiten und Gruppen gibt es sowohl Vorteile, als auch Nachteile.

Auf der Pro Seite finden sich Argumente wie:

+ kostenlose Nutzung
+ gute Fanbindung möglich
+ schnell, bequem von überall dank Apps
+ große FB Community und damit potenziell große Zielgruppe
+ Bild- und Videoupload

Dem gegenüber stehen die Kontra Punkte:

– sehr zeitintensiv
– kaum Feedback
– Kundenaquirierung nur mühselig
– hohe Anzahl an Mitbewerbern
– Gefahr von Shitstorms
– um konstruktive Kritik zu erhalten ungeeignet
– sehr schnelllebig

Speziell in den Gruppen gibt es leider selten Feedback, welches hilfreich ist. Es gibt selten offene Kritik oder im Gegenteil, zu harsche Kritik. Letztendlich möchte sich vordergründig doch nur jeder irgendwie selbst promoten und ist eigentlich nicht ehrlich an einem Austausch interessiert.

Grade in den Gruppen besteht die Gefahr, dass man in der Masse unter geht. Die Benachrichtigung der Abonnenten bei neuen Beiträgen auf der eigenen Seite wird durch Facebook bewusst gering  gehalten, sodass man in der Hülle der Informationen, die die User minütlich bekommen, kaum wahr genommen wird.

Grade, wenn man Auftraggeber finden möchte, ist die Gefahr, dass man in der Masse unter geht, leider sehr groß. Interessenten gucken sich in der Regel gerne Bilder an, denken jedoch nicht an Beauftragungen und Vertragsabschlüsse im Facebook-Umfeld. Besonders schmerzlich ist, dass die Wenigsten sich tatsächlich auf die Seite verirren und daher alte Beiträge eher ignoriert werden.

Generell ist es sehr zeitintensiv um eine gewisse Bekanntheit aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Hier brauchts einen besonderen Stil und jede Menge Fleiß um sich von anderen Künstlern hervor zu tun.

Die sozialen Medien im Mittelpunkt
Überall posten, liken, teilen wir Bilder

 

Zeit & Arbeit, die man investieren muss

Es ist leider so, dass man sehr viel Zeit in sein Profil bzw. seine Seite investieren muss, um halbwegs „erfolgreich“ mit seiner Seite zu sein.

Gepflegt werden muss unter anderem das eigene Profil, hier insbesondere die Sicherheitseinstellungen. Außerdem sucht und fügt man Freunde hinzu und recherchiert nach passenden Gruppen und Seiten, die einen interessieren und man liken möchte.

Die Interaktionen in Gruppen und auf Seiten ist nicht zu unterschätzen. Wer sich bekannt machen möchte, muss neben der Recherche viel schreiben und kommentieren und bei Seiten darf man auch das Liken und Teilen nicht vergessen. Letztendlich ist das Geheimnis einfach: Posten, posten und nochmals posten – je mehr Posts man auf seiner Seite schreibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch wirklich jemand gesehen hat. So erhöht man sich seine Zielgruppe selbst.

Das drum herum darf natürlich auch nicht fehlen. Denn Bilder zeichnen, einzelne Schritte fotografieren bedeuten viel Arbeit und kann unter Umständen sogar in Stress ausarten. Und idealerweise sollten auch Videos erstellt werden, denn diese bekommen erheblich mehr Aufmerksamkeit als Bilder oder Texte. Dazu darf man sich auch nicht scheuen fremden Content zu recherchieren, den man teilen kann um sich bei seiner Zielgruppe informiert zu zeigen und sich bei denen, von denen man teilt bemerkbar zu machen.

 

Sichtbare Erfolge bei großem Aufwand

  • (Gelegentliche) Kommentare und Likes
  • Bei einmaligen Bildern, die dem Mainstream gefallen, kann eine große Fangemeinde aufgebaut und gepflegt werden
  • Aufbau von Freundschaften

Betrachtet man den Nutzen im Vergleich zum Aufwand, so muss man sagen, dass Facebook hilfreich sein kann für jene, die Talent und viel Zeit für den Umgang mit den sozialen Medien aufweisen.

Hat man nur gelegentlich Zeit, so bleibt der (schnelle) Erfolg lange aus, was frustrierend sein kann. Erst durch den regen Austausch mit anderen Künstlern kann man eine größere Fangemeinde für seine Seite aufbauen. Dies ist sinnvoll, will man lediglich Lob bzw. oberflächiges Feedback einholen.

Diejenigen, die konstruktive Kritik, Anregungen / Inspiration und gehaltvolle Inhalte suchen, werden nur spärlich bei Facebook fündig. Sie kann die Plattform bei der Recherche unterstützen, wobei Google hier die bessere Wahl ist. Facebook ist in erster Linie für gute Zufallsfunde interessant.

Wer als Künstler Probleme dabei hat sich der schonungslosen Kritik eines anonymen Publikums zu stellen, sollte hier nicht publizieren.

 

Warum sind so viele Künstler bei Facebook

Also warum finden sich trotz der vielen Nachteile so viele Künstler bei Facebook?

Zum einen macht man sich den großen Aufwand und den dazu eher geringen Nutzen nicht unbedingt so bewusst. Zum anderen bietet Facebook dennoch genau das, was man sich in dem Moment wünscht und sei es lediglich die Möglichkeit als Micro-Blog regelmäßig Inhalte veröffentlichen zu können.

Letztendlich kann auch mit wenig Aufwand sicher tolle Kontakte knüpfen. Wem es aber vordergründig auf gutes Feedback und Kundenakquise ankommt, der sollte sich nicht allein auf Facebook und andere sozialen Netzwerke verlassen.

Twitter & Facebook auf dem smartphone / Pixabay - LoboStudioHamburg
Soziale Netzwerke auf dem Smartphone /Pixabay

 

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Ich bin eine nerdige Zeichnerin. Durchs Zeichnen bin ich zu meiner ersten Webseite gekommen und damit zu viel Fachwissen und meinen Beruf.
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Ich stehe jederzeit offen für Fragen und freue mich riesig über dein Feedback! 😉

LG Steffi
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2 Comments

  1. Würde ich so sofort unterschreiben. Ich pflege meine Facebook-Seite eher halbherzig, doch im Grunde weiß ich, dass sporadische Posts auf Facebook noch weniger bringen, als in einem Blog.
    Denn mit sinkender Interaktion der Nutzer wird auch die Sichtbarkeit der zukünftigen Posts immer schlechter und ich frage mich dann ernsthaft, wie sehr ich mich eigentlich verbiegen soll, wo ich das bisschen Zeit, was mit bleibt, doch lieber zum Zeichnen oder für meine eigene Seite verwenden könnte.

    Es gibt schon einen Grund, warum „Social Media Manager“ mitlerweile eine eigene Berufsbezeichnung ist. 😉

    Und es kommt noch ein Aspekt hinzu: Wer seine Bilder bei Facebook postet, räumt Facebook ein unbegrenztes nicht-exklusives Nutzungsrecht ein. Das muss einerseits sein, damit die ganze „Teilen“-Mechanik des Netzwerks rechtlich haltbar ist, gleichzeitig weiß man nicht, was im Hintergrund gegebenenfalls noch passiert…

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