Bild geklaut! Was kann ich da machen?

In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen im Bereich Urheberrechtsverletzer mit dir teilen.

Zum einen muss man erst einmal heraus finden, dass das eigene Bild fremd benutzt wird und zum Anderen möchte man dann natürlich auch herausfinden, wer derjenige ist, der das eigene Bild einfach so frech klaut.

Rechtliche Grundlagen

Es gilt jeweils das Urheberrecht des Landes dessen Nationalität der Urheber hat. Als gesetzliche Grundlage solltest du daher das deutsche Urheberrecht kennen (für meine Leser aus der Schweiz, Österreich und anderen Ländern natürlich dein jeweiliges geltendes Recht). 😉

Was das deutsche Urheberrecht genau regelt, habe ich hier leicht verständlich zusammen getragen. Wenn Fragen offen geblieben sind, kannst du sie mir gerne als Kommentar hier im Blog oder per Mail stellen. Beachte lediglich: ich bin keine Anwältin und kann bzw. darf keine Rechtsberatung geben – wenn du daher Rechtssicherheit haben möchtest, solltest du unbedingt einen Anwalt fragen. 😉

Recht und Gesetz

Das Gesetz unter die Lupe genommen

 

Verschenkte & verkaufte Bilder

Grundsätzlich darfst du als Urheber bestimmen was genau mit deinen Bildern gemacht werden darf und was nicht, auch wenn es sich um eine Auftragsarbeit gehandelt hat. Du kannst also bestimmen ob es vervielfältigt werden darf oder nicht (gedruckt, in soziale Medien hoch geladen und geteilt werden).

Auch wenn du Einzelnen oder für einen begrenzten Zeitraum diese Erlaubnis erteilst, kannst du sie auch widerrufen.

Wenn du also ein Bild für jemand anderen zeichnest, egal ob du dafür Geld bekommst oder nicht, solltest du mit dem Auftraggeber oder Beschenkten kurz klären, was dieser mit dem Bild tun darf und was nicht. Im Bekanntenkreis reicht üblicherweise ein formloser Hinweis. Im geschäftlichen Bereich solltest du diese Nutzungsrechte am besten schriftlich festhalten um spätere Streitigkeiten vorzubeugen.

Geldscheine / Den Wert eines Bildes in Geld bewerten?/ Pixabay

Geld verdienen mit Auftragsarbeiten

 

Sei schlau, sei Urheber

Viele sind der Ansicht, dass man selbst schuld ist bzw. einfach Pech gehabt hat, wenn man seine Bilder ins Internet stellt und diese dann geklaut werden.

Tatsächlich kann man Urheberrechtsverletzungen nie ganz verhindern – auch nicht, wenn man sie selbst nicht ins Internet stellt, denn auch andere können das ohne dein Wissen einfach mit deinen Bildern tun.

Mit dem Schicksal, dass deine Bilder geklaut wurden, musst du dich aber nicht abfinden. Sei dir daher deiner Rechte als Urheber bewusst, damit du entsprechend selbstbewusst gegen den Verletzer auftreten kannst.

 

Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß

Natürlich kannst du deine Rechte als Urheber nur wahrnehmen, wenn du auch von Urheberrechtsverstößen Kenntnis erlangst.

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die mehr oder weniger wahrscheinlich bzw. erfolgreich sind.

 

Suchtool

Du kannst aktiv nach unlizensierter Benutzung deiner Bilder suchen. Die Google-Bildersuche ist hierfür allerdings leider eher weniger hilfreich.

Aus diesem Grunde benutze ich gerne Tineye, das man sich auch als Plugin in seinen Browser laden kann. Das Bild wird dann direkt mit einer eigenen Datenbank an Bildern abgeglichen und kann das Bild, auch wenn es geändert wurde, ausfindig machen. Bei Funden wird eine Liste an Webseiten heraus gegeben, auf denen das Bild so oder in abgewandelter Form benutzt wurde. Wenn gar keine Ergebnisse angezeigt werden, kann es aber ggf. auch daran liegen, dass dein Bild noch nicht in der Tineye Datenbank aufgeführt wurde. Versuche es daher regelmäßig mit deinen Bildern.

Für Textplagiate kannst du beispielsweise den Dienst Copyscape benutzen oder die Google-Suche (setze hier deinen Text in Anführungszeichen, damit dieser 1 zu 1 abgeglichen wird).

Unter die Lupe genommen

Jeder hinterlässt Fingerabdrücke

 

Referrer

Ich selbst gehe eher selten auf Plagiatsuche, da mir die Zeit fehlt.

Die allermeisten Rechteverstöße bekomme ich daher über meine Referrer mit. Sowohl von meinem Provider als auch durch Piwik (die meisten benutzen aber wahrscheinlich eher Google Analytics) erhalte ich eine genaue Aufzeichnung der Aufrufe meiner Webseite nebst Quellen woher Besucher stammen.

Es ist auch schon das ein oder andere Mal vorgekommen, dass Verletzer entweder Verlinkungen zu meiner Seite mit kopiert haben, wenn sie mein Bild nebst Text auf ihre Webseite gestellt haben. Andere wiederum sind sogar so unverfroren meine Bilder via Hotlinking auf ihre Seiten zu stellen. Dabei liegt mein Bild noch auf meinem Webserver. Die Anfrage der Seitenbesucher wird also an meinen Server gestellt, sodass ich sehr klar erkennen kann, dass hier mein Bild geklaut wurde – weil es eben an eine andere Seite ausgeliefert wurde.

Wer also eine eigene Webseite nebst Analysetool hat, sollte unbedingt des öfteren in seine Referrer gucken.

 

Pingback

Ein Urheberrechtsverletzer war nicht nur so dumm einen Link zum WordPress Blog mit zu kopieren, aus dem er mein Bild gestohlen hat. Nein, seine Seite hat sogar ein Pingback zu meinen Blog geschickt, sodass ich per Mail darauf aufmerksam gemacht worden bin.

Wer also nicht so gründlich auf seine Referrer guckt, kann auch hier den ein oder anderen Dieb ausfindig machen – in dem Fall war es sogar nahezu in Echtzeit.

 

Informanten

Auch wenn „Petzen“ nicht gerne gesehen werden, ich liebe sie, wenn sie mir mitteilen, dass meine Bilder anderswo benutzt werden. Zwar kann man nicht immer wissen ob vielleicht doch eine Erlaubnis zur Verwendung vorhanden ist, doch lieber einmal zu viel informieren.

Weil ich selbst solche Informationen sehr zu schätzen weiß, gebe ich anderen Urhebern (wenn ich sie denn ausfindig machen kann) auch gerne mal den Tipp, wenn ihre Bilder irgendwo eingebunden wurden.

Ich plädiere an dieser Stelle sogar dazu zu petzen, denn manchmal kann man Urheberrechtsverletzungen gar nicht anders ausmachen. Und diejenigen, die denken sie könnten einfach so fremde Bilder klauen, dürften sich mit dem Wissen der Petzen auch nicht mehr so sicher fühlen.

Verpetzen

Petzer helfen weiter

 

Kommissar Zufall

Ach, was hat Kommissar Zufall schon alles für Fälle gelöst! Solche Fälle sorgen immer für die größten Überraschungen. Denn manchmal findet man auch einfach selbst beim unbedarften Surfen durchs www seine eigenen Bilder irgendwo wieder und staunt dann nicht schlecht. Auch sowas ist schon vorgekommen. 😉

 

Und dann? Wie mit dem Dieb umgehen?

Wenn du herausgefunden hast, dass deine Bilder ohne deine Erlaubnis verwendet werden, hast du verschiedene Möglichkeiten. Manche stört es in der Tat nicht oder sie fühlen sich in dem Moment hilflos.

Hier bekommst du eine kleine Hilfestellung – denn hilflos bist du sicher nicht!

 

Verwarnen & abmahnen

In der Regel haben die Seiten ein Impressum, in dem steht wer der Inhaber einer Seite ist. Alternativ reicht auch schon ein Kontaktformular.

Mail schreiben
Die Meisten denken sich eigentlich nichts dabei, wenn sie fremde Bilder benutzen. Ihnen fehlt gänzlich das Unrechtsbewusstsein. Das kommt ihnen erst dann in den Sinn, wenn man eine höflich aber sehr bestimmte Mail an den Seiteninhaber schickt. In fast allen meinen Fällen hat dies schon zum Erfolg geführt: die Bilder wurden nach kürzester Zeit entfernt.

Brief schreiben
Wenn du nicht so auf den elektronischen Mailverlehr stehst oder der Meinung bist, dass diese Art der Ermahnung für deinen Fall zu milde ist, dann kannst du auch postalisch die Entfernung deines Bildes verlangen. Ich denke, jeder, der so einen Brief nach Hause bekommt, wird sich schnell an den PC setzen und handeln.

Post vom Anwalt
Ganz dreiste Fälle kann man auch mit dem Anwalt begegnen. Im Grunde genommen steht dir die Möglichkeit anwaltlich abmahnen zu lassen immer zu. Es bedarf aber nicht unbedingt eines Anwaltes für eine Abmahnung, doch der Anwalt hat immer eine Symbolkraft und übt Druck aus.

Den Anwalt musste ich glücklicherweise noch nicht bemühen, denn die meisten Rechteverletzer sind nicht auf Stress aus und agieren vorher schon. Sollte sich einer aber ganz frech quer stellen, bleibt diese Möglichkeit immer offen – sie ist allerdings mit Kosten verbunden, die man dann an den Abgemahnten weiter reichen kann.

Böse Briefe /Pixabay

Da guckt man nicht schlecht!

 

Namen! Ich brauche Namen!

Die Erkenntnis, dass man weiß welche Seite die eigenen Bilder widerrechtlich benutzt, hilft manchmal allein nicht weiter. Denn nicht immer halten sich die Betreiber von Webseiten an die in Deutschland geltende Impressumspflicht. In diesem Fall gibt es dennoch Möglichkeiten den Domaininhaber zu recherchieren.

Bei .de Domains ist es besonders einfach: geh auf die Seite der Denic und suche nach der entsprechenden Domain. Die Denic ist der Registar für die deutsche Domainendung .de. Jeder Inhaber wird darin namentlich und mit Adresse genannt. Dort kannst du auch die Verfügbarkeit von Domains prüfen, wenn du mal eine eigene Webseite erstellen willst.

Für andere Domainendungen hat man andere Möglichkeiten der whois Abfrage. So lassen sich beispielsweise Inhaber von .com oder .net Domains ausfindig machen. 😀

Ganz perfide Seitenbetreiber jedoch lassen die Whois Angaben anonymisiert bzw. hinter einem Ombudsmann hinterlegen um ihre Identität zu verschleiern. Bei einem solchen Fall  hat mir eine ausgiebige Recherche via Google und den sozialen Netzwerken geholfen den Domaininhaber zu identifizieren. Sobald man eine Emailadresse oder einen Namen herausgefunden hat, kann man sehr viele weitere Informationen in Erfahrung bringen, von denen man anfangs gar nicht geglaubt hätte, dass sie sich finden lassen. 😈

Den Betreffenden dann namentlich anzusprechen hat gleich einen sehr deutlichen Effekt, zeigt es doch, dass niemand anonym im Internet tun und lassen kann, was er will.

 

Deine Erfahrungen?

Sind dir schon mal Bilder geklaut worden? Und hast du schon Erfahrungen damit gemacht heraus finden zu müssen, wer das gewesen ist? Mich interessiert deine Story, daher freue ich mich sehr über einen Kommentar! 😉

 

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Ich bin eine nerdige Zeichnerin. Durchs Zeichnen bin ich zu meiner ersten Webseite gekommen und damit zu viel Fachwissen und meinen Beruf.

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          LG Steffi
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