Comictiere zeichnen lernen
Comictiere zu zeichnen ist nicht groß anders als das Zeichnen von echten Tieren.
Hierbei reduziert man sich allerdings auf die wichtigsten Linien und legt nicht so
viel Wert auf die realistische Darstellung (z.B. in Bezug auf Proportionen etc.).
Interessant bei Comictieren ist, dass diese bewusst menschlich in menschlichen
Posen und Kleidung dargestellt werden und sogar selbst Haustiere haben können.
Das Tier ist in diesem Fall wirklich mal dem Menschen gleich gestellt.


Wie immer ist die beste Basis sich das Tier stark auf die Grundformen reduziert
vorzustellen und dann Kreise, Ovale, Vierecke und Rechtecke zu zeichnen.
Die Schritt für Schritt Bilder verdeutlichen sehr gut womit man anfangen und
wie man weiter fortführen kann.

Die Pfeile dieser Gorillas zeigen zudem noch sehr deutlich wie der Rücken
jeweils gebogen ist: Oben konvex (nach außen gewölbt) und unten konkav
(nach innen gewölbt). Die Wirbelsäule des Tieres passt sich also der jeweiligen
Haltung (stehend oder gebückt) an.



Bei dem unterem Bärenbild kann man gut erkennen, welche Hilfsmittel sich
Zeichner noch zu Nutze machen können: so genannte "Actionlines" geben
grob die Haltung des Tieres vor und anhand dessen kann man seine Grundformen
zusammen setzen.
Mit Hilfe der Actionlines lassen sich sehr dynamische Posen zeichnen.



Hier einige Haie aus verschiedenen Perspektiven. Da der Körper des Hai's eine
sehr schlanke und längliche Form hat, kann man sich sehr gut vorstellen wie
diese wohl von vorn aussehen mag.

Hier seht Ihr nochmal die Actionlines und könnt sehr gut erkennen, wie sie die
Haltung des Haifisches vorgeben. Dabei lassen sich noch sehr gut Emotionen
darstellen: Der Hai, der nach oben gekrümmt ist, scheint sich zu freuen,
wohingegen der Hai, der nach unten gebeugt ist, sehr griesgrämig wirkt -
dies wird natürlich noch durch den Gesichtsausdruck verstärkt.
Dabei seht Ihr noch wie die einfachste Form eines Haifischs ist: ein Tropfen.

Am Beispiel des Hundebildes lässt sich erkennen, dass durch zusätzliche Hilfslinien
das Gesicht genau gegliedert werden kann.

Katzen lassen sich in 3 große Artengruppen aufteilen: die Hauskatze, der Tiger
und der Löwe. Dabei lässt sich wunderbar erkennen, dass Tiger und Löwe wesentlich
stämmiger und kräftiger gebaut sind als die geschmeidige Hauskatze. Zudem macht
einen Löwen (zumindest die männlichen) noch Ihre Mähne aus.


Am Beispiel der Katzen kann man gut erkennen welche variablen
Gestaltungsmöglichkeiten man bei der Schnauze oder dem Schweif hat.

An diesem Katzenbild sieht man inwiefern man den Blickwinkel des Tieres lenken kann.
Entsprechend der Grundzeichnung mit Kreis und Linien, kann man das restliche
Gesicht einzeichnen.













Um ein Comictier weiblich aussehen zu lassen, kann man sich einfachster
Mittel bedienen: Make-up. Ein paar Wimpern und Lipgloss und aus einem
Bärenmann ist eine Bärin geworden. Schmuck und die nötigen Assesoirs
tun ihr Übriges dazu.

Um ein Tier wie ein Baby aussehen zu lassen besinnt man sich auf
das Kindchenschema. Und zwar gelten hierfür einige Merkmale, die zum
Kindchenschema gezählt werden:
- Große Kulleraugen
- ein großer Kopf
- ein von den Proportionen her unausgeglichener Körper (Arme und Beine
sind im Vergleich zum restlichen Körper zu klein) - Stupsnase
- Pausbacken
- zurückgezogenes Kinn
- und eine hohe runde Stirn
Dies erweckt einen hilflosen, schützenswerten Eindruck, sodass ein
Beschützerinstinkt bei Erwachsenen ausgelöst werden soll.

Hände kann man, je nach Tier, unterschiedlich zeichnen. Kann man Hunden,
Katzen oder Mäusen die übliche Handform verpassen, so sind Huftiere (z.B. Pferde),
Fische (mit ihren Flossen) und Vögel (mit ihren Flügeln) da anders ausgestattet.
