Papier für Bleistift, Farbstift und Kohle (Elena)

In diesem Artikel erläutert Elena die Unterschiede und Merkmale von verschiedenem Zeichenpapier und wie es sich mit Bleistift, Buntstift und Kohle auf ihnen malen lässt.

 

Was ist bei Zeichenpapier wichtig?

Gerade Neueinsteiger sind oftmals überfordert, wenn sie vor der riesigen Auswahl an verschiedenen Papieren stehen.

Es gibt Unmengen an unterschiedlichen Papiersorten, Formaten und Herstellern. Da kommen oft einige Fragen auf, wie zum Beispiel:

  • Welche Körnung sollte das Papier haben?
  • Wie dick sollte es sein?
  • Welches Format sollte ich nehmen?
Welches Papier ist das Richtige für mich?
Welches Papier ist das Richtige für mich?

Diese Fragen habe ich mir am Anfang auch gestellt und ich habe inzwischen einiges ausprobiert und auch etliche Meinungen aus meinem Bekanntenkreis zusammengetragen.

Ich möchte in diesem Artikel einige Papiersorten vorstellen und vergleichen und hoffe, dass euch damit die Entscheidung beim Kauf eures Papieres leichter fallen wird.

 

Ein paar Sachen vorweg…

Beginnen wir zuerst mit ein paar grundlegenden Informationen, die ich noch gerne anmerken würde.

Zuerst einmal gibt ein enorm breites Spektrum an verschiedenen Papiersorten und Herstellern und natürlich kann jeder das Papier nehmen, das ihm am Meisten liegt.

Ich konnte auch bisher nur eine begrenzte Anzahl an Papieren testen und daher auch nur meine persönlichen Erfahrungen und Tipps weitergeben. Ich möchte mich hier auf keine Marke oder ein bestimmtes Papier festlegen.

Zeichenpapier
Es gibt so viele Arten von Papieren…

 

Die Stärke und das Format

Es gibt viele verschiedene Formate mit unterschiedlichem Papiergewicht.

 

Format

Die wohl gängigsten Formate sind A4 und A3, des Weiteren kommen auch A5 und A2 öfters zum Gebrauch.

Din A6 ist oft zu klein für detaillierte Zeichnungen und Din A1 bis A0 sind schon extrem groß und unhandlich. Diese benötigt man normalerweise nicht, es sei denn man möchte wirklich auf einer sehr großen Fläche gestalterisch tätig werden.

Für Anfänger ist Din A4 völlig ausreichend, wer mehr Platz möchte kann auch gerne A3 nehmen, größere Formate würde ich Anfängern nicht empfehlen, da sie möglicherweise aufgrund ihrer Größe überfordernd wirken können. Aber auch da könnt ihr entscheiden. 🙂

DIN Formate im Verhältnis
DIN Formate im Verhältnis

Kleiner als A5 würde ich auch nur sehr begrenzt empfehlen, denn der Platz ist sehr beschränkt und es passt wenig darauf.

Bei Zeichenblöcken kommt es öfters vor, dass sie nicht das Standardmaß wie A4 oder A3 besitzen, sondern Maße wie zum Beispiel 24×30 cm anstatt von A4.

Dies liegt daran, dass man auf solchen Formaten ein wenig mehr Entfaltungsmöglichkeit hat und das Verhältnis von Höhe und Breite des Blattes angenehmer ist. Wer bei solchen Papieren aber dennoch ein Standardmaß haben möchte, der kann es sich selbst zuschneiden.

 

Papiergewicht

Das Papiergewicht wird in Gramm pro Quadratmeter gemessen (man spricht hier auch von der Grammatur des Papiers). Es gibt außerdem verschiedene Stärken bei Papieren.

Das Spektrum bei gängigen Papieren reicht hier von etwa 70g/qm bis hin zu 600g/qm, was allerdings eher bei Nasstechniken wie Aquarell genutzt wird. Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen (Papier dünner als 70g und dicker als 600g).

Zum Vergleich:
Normales Druckerpapier hat 80g/qm.

Ich persönlich finde unter 100g/qm eignet sich Papier zwar gut zum Skizzieren aber wer richtige stabile Zeichnungen anfertigen möchte sollte schon zu dickerem Papier greifen. Aber auch das ist wieder Geschmackssache.

Wer gerne auf dünnem Papier zeichnet, kann dies natürlich tun.

Nicht bei der Wahl des richtigen Papieres verzweifeln

Grundsätzlich gilt:
Je dicker aber das Papier ist, desto strapazierfähiger ist es.

Das heißt man kann mit dem Stift stärker aufdrücken, ohne das es wellt, man kann öfters radieren und es knickt nicht so leicht.

Gerade wenn man viele Farbschichten auftragen möchte sollte man zu dickem Papier greifen.

Also auch hier gilt wieder herauszufinden, wie man zeichnen möchte um sein perfektes Papier zu finden.

 

Die Körnung des Papieres

Bei der Suche nach der richtigen Papieroberfläche sind viele überfragt.

Es ist schwer herauszufinden, welche Oberfläche am besten für das gewünschte Material geeignet ist.

Wenn wir von normalen Zeichenpapieren ausgehen, habe ich das Ganze grob in drei verschiedene Sorten eingeteilt:
In glattes Papier, raues/strukturiertes Papier und stark gekörntes/sehr raues Papier.

 

Papiere mit glatter Oberfläche

Viele Zeichenpapiere haben eine relativ glatte Oberfläche. Aber auch bei glatten Papieren gibt es Unterschiede.

Auch normales Druckerpapier ist glatt, aber nicht so glatt wie beispielsweise Bristolpapier. Eine glatte Oberfläche hat den Vorteil, dass die Farben besser decken, es sind weniger Schichten nötig, um das Papier vollständig abzudecken.

Ein rauer Effekt lässt sich hier durch die geringe Körnung am besten vermeiden. Bleistift lässt sich gut verwischen und es lassen sich weiche Übergänge erzielen. Für Pastell oder Kohle sind glatte Papiere eher nicht zu empfehlen, da die Pigmente schlecht haften und kaum mehrere Farbschichten möglich sind.

Druckerpapier oder einfaches Skizzenpapier:
Hier ist natürlich der klare Vorteil, dass es vergleichsweise günstig und fast überall zu haben ist. Leider ist es aber nicht sehr strapazierfähig aufgrund des geringen Papiergewichts, also der Dicke. Es knickt leicht und verträgt schlecht vieles radieren.

Kommen wir nun zu einem Papier, dass wohl das glatteste Papier ist, das man bekommen kann: Das Bristolpapier.

Es ist extrem glatt, hat kaum Struktur und eignet sich besonders gut für Bleistiftportraits, da man sehr weiche Übergänge und ebene Flächen erzielen kann. Ähnlich gut verhält sich auch anderes Papier, das mit geringer Körnung und glatter Oberfläche beschrieben wird.

 

Papiere mir rauer und/oder strukturierter Oberfläche

Gewöhnliche Zeichenblöcke haben meist eine ganz leichte Struktur und sind ganz fein angeraut. Sie sind nicht so glatt wie Bristolpapier aber auch nicht zu körnig, so dass man mit ihnen eigentlich ein gutes Mittelding in der Hand hat.

Bleistifte haften gut auf dem Papier, lassen sich verwischen und gut radieren. Allerdings besteht immer das Risiko dass man die Struktur des Papieres durchsieht. Man bekommt also nicht so ganz feine Übergänge hin. Dennoch lässt sich hier gut detailreich zeichnen.

Strukturierte Papiere, die zum Beispiel ein leichtes Wabenmuster haben oder eine andere Struktur, eignen sich sehr gut um interessante Effekte zu erzielen.

 

Papier mit stark gekörnter oder sehr rauer Oberfläche

Diese Papiere kann man besonders gut für Kohle benutzen. Die Kohle haftet gut und verwischt nicht so leicht.

Hier würde ich zu größeren Formaten als A4 raten, weil man bei sehr strukturiertem Papier schlecht detailreich zeichnen kann. Gerade mit Kohle kann man gut großflächig arbeiten.

Bei Farbstiften und Bleistiften braucht es einige Schichten um das Papier gut abzudecken.

Es muss nicht immer Zeichenpapier sein, sehr gut eignet sich auch Aquarellpapier. Dieses gibt es mit matter und mit rauer Oberfläche und ist ebenfalls sehr gut für Bleiftift, Farbstift und Kohle geeignet. 😉

Wen also ein rauer Effekt bei Portraits und anderen Zeichnungen nicht stört oder diesen sogar vorzieht, sowie gerne mit Kohle zeichnet, sollte zu diesem Papier greifen.

 

Papier-Beispiele

Unten habe ich einmal drei Beispiele vorbereitet. Ich habe jeweils leicht mit einem B Bleistift schraffiert und die untere Hälfte verwischt.

1. glattes Papier mit kaum Struktur und sehr wenig Körnung (hier: Hahnemühle Nostalgie)

wenig bis keine Körnung

2. leicht strukturiertes Papier (hier: Lana Dessin)

Mittlere Körnung

3. grob gekörntes Papier (hier: Hahnemühle Bamboo Mixed Media)

Grobe Körnung

 

Andere Papiere

Farbige Papiere können schöne Effekte bewirken.

Besonders gut geeignet finde ich dunkelblaues oder schwarzes Papier (gut eignet sich hier fester Tonkarton) in Kombination mit einem weißen oder hellen Farbstift. Oder ein sandfarbenes Papier mit Bleistift, probiert es einfach mal aus. 🙂

Aber auch sogenanntes Kraftpapier eignet sich sehr gut für Skizzen oder interessante Zeichnungen.

Bring Farbe mit rein!

 

Zusammenfassung

Glattes Papier mit wenig bis kaum Struktur

  • sehr gut geeignet für Bleistift und Farbstift
  • nicht gut geeignet für Kohle, da zu wenig Haftung
  • feine, weiche Übergänge und schnelles Abdecken der Papierstruktur
  • gute Verwischbarkeit
  • die Anzahl der möglichen Farbschichten ist begrenzt
  • sehr gut geeignet für Portraits, feine Tierzeichnungen, Stillleben

Papier mit leichter Körnung/Struktur

  • sehr gut geeignet für Bleistift und Farbstift
  • es sind mehr Schichten möglich
  • Verwischbarkeit gut, doch die Papierstruktur ist noch leicht sichtbar
  • bedingt für Kohle geeignet
  • gut geeignet für Portraits, sehr gut geeignet für Tierzeichnungen und Stillleben, Landschaften

Papier mit grober Körnung/Struktur

  • sehr gut für Kohlezeichnungen geeignet
  • wer gerne eine strukturierte Zeichnung möchte, kann auch hier wunderbar mit Farbstift und Bleistift zeichnen
  • Verwischbarkeit mäßig bis gut, allerdings wird es nie eine richtig glatte Fläche werden (wegen der starken Körnung)
  • sehr gut geeignet für ausdrucksstarke Kohlezeichnungen und Landschaften
  • gut geeignet für grobe Tierzeichnungen und Portraits (Feinheiten und kleine Details sind eher weniger möglich)

Im Endeffekt kommt es immer auf die persönlichen Vorlieben an. Auf allen drei Oberflächen können wir alle Motive mit jedem Material  zeichnen mit unterschiedlicher Wirkung. Das bleibt also euch überlassen welche Wirkung euer Bild später haben soll. 🙂

Ich hoffe dieser Artikel hat euch geholfen und ich konnte euch die Entscheidung etwas erleichtern.

 

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Elena

Hallo, ich bin Elena und derzeit noch Schülerin.
Ich war schon immer sehr kunstbegeistert und fasziniert von den großen Malern, genau wie meine Mutter. Durch sie bin ich eigentlich als Kind erst richtig zum zeichnen gekommen.
Seit geraumer Zeit hat mich der Fotorealismus/Realismus gepackt, und nachdem ich so viele unfassbar schöne Zeichnungen anderer Künstler gesehen habe stand für mich fest dass ich das auch können wollte 🙂
Ist natürlich noch ein langer Weg bis dahin, aber am Ball bleiben ist alles!
Es macht mir auch großen Spaß mich an verschiedenen Zeichentechniken zu versuchen, so gehört der Bleistift zu meinen absoluten Lieblingen, dicht gefolgt von Pastell, Farbstift und Aquarell.
Ja, ich denke das war mal ein kleiner Überblick darüber, was ich so mache. Liebe Grüße 🙂


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4 Comments

  1. Yasmin

    Normaler weise schreibe ich nichts so solchen Artikeln, aber diesen hier fand ich sehr toll 🙂 Wirklich klasse wie du das erklärt hast und deine Erfahrung wiedergegeben hast. Werde mir diese Seite merken und öfter mal vorbei schauen. Wirklich toller Beitrag!

  2. Ein toller Beitrag! Werde jetzt auch mal Bristolkarton testen, da ich glattes Papier sehr schätze.
    Danke für den Tipp!
    Die Kombination realistischer Porträts auf strukturiertem Papier kann tatsächlich einen wunderbaren Effekt haben, das habe ich selber auch schon mal gemerkt 😉

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