Grundlagen der Pastellmalerei (von Elena)

Stefanie:

Ich darf diese Woche den ersten Gastbeitrag in diesem Blog vorstellen, den die talentierte Elena aus dem Zeichnen-Forum freundlicherweise erstellt hat.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank. 🙂

Elena:

Hallo und Willkommen zu meinem Artikel über Pastellgrundlagen. 🙂

 

Was ist eigentlich Pastell und welche Arten gibt es?

(Ölpastell hier ausgenommen)

Pastellfarben sind im Grunde genommen Farbpigmente, die mit Bindemitteln in Kreide- oder Stiftform gepresst werden.

Meist handelt es sich bei den Bindemitteln um Ton, Kaolin oder Tragant. Es gibt aber auch noch weitere.

Pastelle als Kreideblock
Pastellkreiden – Bild: Pixabay

 

Je nachdem wie viel Bindemittel benutzt wird können die Kreiden härter oder weicher sein. Man erkennt die härteren Kreiden meist gut an ihrer viereckigen Form, die sehr weichen Pastellkreiden (Softpastelle) sind meist rund.

Neben den Kreiden gibt es auch noch die Pastellstifte. Im Grunde haben sie die gleichen Eigenschaften wie die Kreiden, doch da man sie spitzen kann sind mit ihnen viel mehr Details möglich.

 

Technik, Eigenarten und Material

Dadurch dass es eben fast nur Pigmente sind, lassen sie sich sehr gut vermischen und verblenden (mit Fingern, Estompen oder auch Colorshapern möglich), sind allerdings auch bruchempfindlicher und müssen außerdem meist fixiert werden, da die Pigmente nur sehr lose auf dem Papier haften und schnell ungewünscht verwischen können.

 

Pastellmalerei Blume
Pastellmalerei – Bild: Pixabay

Papiere

Weil es lose Pigmente sind, nimmt man auch meist raues Papier (einige Pastellpapiere haben eine sandpapierähnliche Oberfläche). So können die Pigmente gut haften und es sind mehrere Schichten Farbe möglich.

Gerade farbiges Papier ist bei Pastell sehr beliebt, da man den Untergrund entsprechend seinem Motiv anpassen kann und nicht so viele Schichten Farbe zum überdecken des weißen Papieres benötigt.

Kombinieren mit Buntstiften

Möchte man Farbstifte mit Pastell kombinieren, sollte man darauf achten, dass die Farbstifte zwar sehr gut auf Pastell haften, aber andersherum das Pastell fast nicht auf Farbstiften hält.

Schichten und Fixieren

Bei Pastellen ist das Schichten sehr wichtig. So entfalten Pastelle erst nach einer Grundierung in einer Farbe ihre volle Wirkung und Pracht.

Beim schlussendlichen Fixieren sollte beachtet werden, dass sich die Farben verändern können, sie können dunkler werden und weniger pudrig wirken. Ein spezielles Pastellfixativ sollte diesen Effekt aber so gut wie möglich verhindern können.

Pastelle radieren und anspitzen

Man kann Pastellzeichnungen mit einem normalen Radiergummi korrigieren, allerdings nur begrenzt bei vielen Farbschichten.

Es ist außerdem wichtig bei Pastellstiften den richtigen Spitzer zu haben. Es gibt spezielle Pastellspitzer und auch Kurzkonusspitzer sind sehr gut geeignet. Am Besten funktionieren nach meinen Erfahrungen Spitzmaschinen.

Das Problem beim Spitzen von Pastellstiften ist zum einen ihre recht brüchige Mine und zum anderen enthalten viele Minen Quarzsand, der den Spitzer sehr schnell stumpf machen kann. Daher sollte man öfters das Spitzmesserchen auswechseln.

 

Bildbeispiele

Und nun folgen hier ein paar Bildbeispiele, die ich zur Verdeutlichung gemacht habe. Benutzt habe ich die Faber Castell Pastellstifte und Hahnemühle Bamboo Papier.

Leider sind die Lichtverhältnisse immer ein wenig anders geworden. Aber ich denke man sieht das Wichtigste. 😉

 

Farben verwischen

Beim ersten Bild habe ich zuerst nur mit einem blauen Pastellstift schraffiert, ohne zu verwischen. Das zweite Beispiel in diesem Bild zeigt, wie das Ganze verwischt aussieht.

unverwischt und verwischt (550x397)

 

Farben übereinander legen

Nun möchte ich euch zeigen, was für unterschiedliche Wirkungen man mit Pastell erzielen kann, wenn man Farben übereinander legt. Hier ein Beispiel mit Weiß, womit sich auch Farbflächen sehr gut verblenden lassen. Nur werden sie etwas heller, wie man in den folgenden Beispielen sehen kann.

Bei folgendem Bild habe ich bei dem ersten Farbfleck einfach die Farbe so aufgetragen und verwischt, daneben sieht man das Ergebnis, wenn man zuerst eine Grundierung mit Weiß anlegt und dann die Farbe darüber legt und alles verwischt. Es wird also heller und wirkt weicher.

verwischt+verwischt mit Weiß unter Farbe (650x290)

Und nun das Ganze umgekehrt

Wieder sieht man zuerst die Farbe rein aufgetragen und verwischt, daneben habe ich erst den Grünton aufgetragen, dann verwischt und dann mit Weiß noch eine Schicht darüber gelegt.

Und wie man sieht, wird die Farbe logischerweise durch das Weiß zwar heller, aber der Farbauftrag ist sehr deckend und gleichmäßig. Damit bestätigt sich unsere Aussage, dass Pastell am Besten in Schichten wirkt.

verwischt+verwischt und weiß über Farbe (700x541)

 

Farbverlauf erstellen

Und nun verbinden wir unser bisheriges Wissen und kreieren einen schönen Farbverlauf.

Im ersten Bild habe ich zunächst die Töne Gelb, Hellgrün, Dunkelgrün und Braun aufgetragen. Im zweiten Bild habe ich das Ganze dann mit dem Finger etwas verblendet.

Und im dritten Bild bin ich dann mit einem schönen Weiß noch einmal kräftig drüber und habe noch einmal alles schön verblendet. Hier kann man sehr gut sehen, dass Weiß einen schönen gleichmäßigen Verlauf bildet.

Nur immer daran denken, dass Weiß die Farben heller macht.

Selbstverständlich kann man mit jeder Farbe mischen und verblenden mit der man möchte, nur Weiß ist eben neutral und verändert die Farben nicht übermäßig. 😉

 

 

Pastell radieren

Als letztes hier noch ein kleiner Radiertest. Ich habe einen Farbverlauf mit Braun (oben) und Weiß und Braun (unten) gemalt und beides mit einem ganz normalen Radiergummi ausradiert.

Hier sieht man gut, dass sich Pastell recht gut radieren lässt.

Unten (wo ich mit Weiß nochmal über das Braun gegangen bin, ist das Radierergebnis nicht mehr ganz so gut wie bei nur einer Farbschicht. Also je mehr Farbschichten, desto schwerer lässt sich Pastell radieren.

Radierprobe verwischt und Farbe+weiß (398x550)

 

Danke!

Ich hoffe euch hat dieser Artikel gefallen und vor allem dass er für den ein oder anderen hilfreich und/oder interessant war!

Liebe Grüße, Elena 🙂

Elena

Hallo, ich bin Elena und derzeit noch Schülerin.
Ich war schon immer sehr kunstbegeistert und fasziniert von den großen Malern, genau wie meine Mutter. Durch sie bin ich eigentlich als Kind erst richtig zum zeichnen gekommen.
Seit geraumer Zeit hat mich der Fotorealismus/Realismus gepackt, und nachdem ich so viele unfassbar schöne Zeichnungen anderer Künstler gesehen habe stand für mich fest dass ich das auch können wollte 🙂
Ist natürlich noch ein langer Weg bis dahin, aber am Ball bleiben ist alles!
Es macht mir auch großen Spaß mich an verschiedenen Zeichentechniken zu versuchen, so gehört der Bleistift zu meinen absoluten Lieblingen, dicht gefolgt von Pastell, Farbstift und Aquarell.
Ja, ich denke das war mal ein kleiner Überblick darüber, was ich so mache. Liebe Grüße 🙂


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5 Comments

  1. Alphawoelfin

    Danke für diesen tollen Blog Beitrag
    Du hast bei mir Interesse erweckt..
    Finde Pastell jetzt interessant.. Vielleicht werde ich mir mal welche zulegen.
    Wäre einfacher mit Ihnen draussen zu malen..
    Als mit Acryl.. Toll gemacht!

  2. Hay Elena,
    ein toll geschriebener Artikel. Sehr einfach und verständlich. Ebenso die Bilder die es immer einfacher machen das Erklärte zu verstehen! Ich habe mich oft gefragt wie die Bilder auf dunklem Papier zustande kommen. Ich denke dein Eintrag ist die Erklärung dazu.

    =)

  3. Sina

    Liebe Elena,
    auch wenn ich selbst nicht (mehr) mit Pastell zeichne, ist dein Artikel ausgesprochen hilfreich und ich konnte sehr viel lernen! Er wird bestimmt ganz vielen Anfängern in der Pastellmalerei eine große Hilfe sein!
    Sina

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