Kamera-Spaziergang: Langzeitbelichtung an der Autobahn

Als ich im Februar 2012 meine erste digitale Spiegelreflex Kamera geschenkt bekommen habe, habe ich die Fotografie erst für mich entdeckt (davor habe ich es regelrecht gehasst zu fotografieren).

Seitdem habe ich viel, sehr viel fotografiert und viel ausprobiert. Zu meinen Tests gehörten auch Langzeitbelichtungen, die ihren ganz besonderen Reiz haben. In diesem Artikel erkläre ich warum.

Kamera-Spaziergang

Mein Mann und ich gehen gerne mal spazieren, in Zoos oder machen Fotos im Urlaub. Aus diesem Grunde wollte ich mit diesem Artikel eine neue Artikelreihe in meinem Blog begründen. 😉

Du wirst also künftig mehr Fotos von unseren Spaziergängen zu sehen bekommen.

 

Langzeitbelichtung

Ich fange am besten mal mit einem Wikipedia-Zitat an, denn hier ist am simpelsten erklärt, was Langzeitbelichtungen eigentlich sind:

Als Langzeitbelichtung wird in der Fotografie eine Belichtungszeit von mehreren Sekunden bezeichnet. Langzeitbelichtungen werden bei schwachen natürlichen Lichtquellen eingesetzt oder, im technischen und künstlerischen Bereich, um Bewegungsabläufe aufzuzeigen.

Langzeitbelichtung Gebirgswasserfall in Canada 1
Verschluss: 2,5 Sek., Blende: f/22, ISO: 100, Brennweite: 22 mm

 

Kamera & Stativ

Wenn du es selbst ausprobieren willst, geht ohne ein halbwegs stabiles Stativ gar nichts bei Langzeitbelichtungen. Um Verwacklungen zu vermeiden muss man die Kamera ganz still halten. Das ist auch ohne zittrige Hände nur schwerlich mehrere Sekunden durchzuhalten. Stell das Stativ außerdem auf einen stabilen Untergrund, sodass es nicht verwackeln kann.

Da wir es im Flugzeug bzw. bei Spaziergängen den ganzen Tag herumtragen können wollten, haben wir uns ein Reisestativ von Velbon* angeschafft. Dies ist aus Aluminium, daher sehr leicht (1,5 kg), zusammenklappbar und damit in einer Umhängetasche leicht zu transportieren.

Langzeitbelichtung Kanal bei Nacht in Bergkamen 1
Verschluss: 0,8 Sek., Blende: f/5,6, ISO: 6400, Brennweite: 33 mm

Natürlich ist auch eine Kamera nötig, bei der man die erforderlichen Einstellungen auch vornehmen kann. Bei uns ist es die Canon EOS 550D*.

Mindestens die Belichtungszeit sollte variabel sein. Besser noch, wenn man ISO (Lichtempfindlichkeit des Films – seit der Digitalfotografie des Chips), Blende (die Öffnung vorne, die das Licht für den gewählten Zeitraum hindurch auf den Chip lässt) und Brennweite (dem Laien eher als „Zoom“ bekannt) einstellen kann.

Bei besonders großen Objektiven muss man berücksichtigen, dass der Wind hier eine Angriffsfläche hat, die dazu führen kann, dass die Bilder verwackeln. Gerade, wenn man auf ein Motiv zoomt, kann dies problematisch sein.

Und weil Langzeitbelichtungen ein echter Akkufresser sein können, nimm am besten für deine Fototour mehrere Wechselakkus als Reserve mit. 😉

 

Einstellungen

Die wichtigste Einstellung ist, wie bereits erwähnt, die Belichtungszeit. Diese regelt wie lange die Blende geöffnet sein und das Licht hindurch auf den Chip lassen soll.

Weitere Einstellungen, die Auswirkungen auf das Endergebnis haben, sind die Blende (genauer die Größe der Blende) und der ISO-Wert.

Je kleiner die Blende ist, desto weniger Licht lässt sie hinein – andersherum lässt sie mehr Licht herein, je größer sie ist. Bei der Einstellung der Blende spreche ich mir in Gedanken folgenden Merksatz aus meinem Fotografieunterricht vor: „Kleine Blendenzahl = große Blende / Große Blendenzahl = kleine Blende“.

Canon EOS 550D Kameraeinstellung
Kameradisplay

Solltest du dich beim Betrachten deiner Fotos später am PC fragen, welche Einstellungen, du nochmal benutzt hast, so kannst du sie einerseits in den Datei-Eigenschaften unter Windows nach gucken oder die Kameradaten in den Dateiinformationen mittels einem Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Photoshop*).

Einstellungen von Langzeitbelichtung Kanal bei Nacht in Bergkamen 1
Einstellungen einer Langzeitaufnahme

 

Möglichkeiten

Natürlich habe ich schon einige Langzeitbelichtungen gemacht. An dieser Stelle zeige ich dir welche Möglichkeiten es gibt schöne Effekte bei längerer Belichtung zu erzielen.

 

Gewässer

Mein größter Reiz war es fließende Gewässer mit einer längeren Belichtungszeit aufzunehmen. In Kanada habe ich mir diesen Wunsch erfüllt und Flüsse wie Wasserfälle aufgenommen. Hier zwei Beispiele:

 

Bei Nacht

Auch bei Nacht kam die Langzeitbelichtung bei uns schon zum Einsatz. Wir haben beispielsweise auf der Halde in Bergkamen, auf der eine leuchtende Säule steht, die besagte Säule, die Umgebung und die Sterne fotografiert. An einem anderen Tag sind wir bei Vollmond auf eine Kanalbrücke gegangen und haben die Gegend beispielsweise so aussehen lassen als ob es taghell wäre.

 

Langzeitbelichtung an der A45

Wir sind also letzten Samstag zur Autobahnbrücke der A45 an der Ausfahrt Castrop-Rauxel Ost gegangen, haben unser Stativ aufgestellt und mitunter die Baustelle und die beiden Rastplätze fotografiert.

Das Lustige beim Fotografieren, besonders mit Stativ, ist, dass man selbst mitten in der Nacht (war schon nach 23 Uhr) von Leuten angesprochen wird, weil man auffällt. Bei uns dachte ein Radfahrer wir wären Polizisten in Zivil und würden die Autos blitzen. Nun, nötig gehabt hätten es sicher manche Autos, denn ein paar sind trotz erlaubten 80 recht flott auf uns zu bzw. an uns vorbei gerauscht.

Wir haben stattdessen gewitzelt, dass ein Blitz, besser noch ein Infrarotblitz, die Autofahrer eher an die Geschwindigkeitsbegrenzung erinnern würde als zwei Leutchen auf der Brücke mit Stativ. :mrgreen:

Und hier zeige ich eine kleine Auswahl der Fotos, die dabei entstanden sind:

 

Weiterführende Links

 

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Ich bin eine nerdige Zeichnerin. Durchs Zeichnen bin ich zu meiner ersten Webseite gekommen und damit zu viel Fachwissen und meinen Beruf.

Am liebsten zeichne ich kleine Comictierchen oder so Zeugs mit Comicaugen - und Meerjungfrauen! ^^

Meine Lieblinge sind die Touch Marker, aber ich probiere mich - auch dank des Blogs - durch alle Materialien und Motive durch.

Ich stehe jederzeit offen für Fragen und freue mich riesig über dein Feedback! 😉

LG Steffi
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6 Comments

  1. Das letzte Bild in der „Bei Nacht“-Reihe gefällt mir besonders gut. Solche Bilder haben in meinen Augen immer etwas surreales an sich. Auf den ersten Blick sehen sie aus, als hätte man sie am Tag gemacht, doch die Farbstimmung ist einfach ein wenig anders. 🙂

  2. Elena

    Schöner Artikel! Sowas finde ich immer toll zu lesen, freue mich schon auf Weitere!
    Ich hätte noch einen Tipp: Hast du schon mal einen ND Filter benutzt? Damit kannst du bei Tageslicht länger belichten ohne die Blende weiter schließen zu müssen (gerade wenn es eh nicht mehr geht bei max. Blende). Der Filter eignet sich ganz besonders für Langzeitbelichtungen am Tag 🙂

    LG

      1. Elena

        Ne, Polfilter meinte ich nicht 😀
        Hab eben gesehen dass du bei „weiterführende Links“ sogar einen Artikel über ND verlinkt hast ^^
        Wenn du noch keinen hast würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, dir mal einen anzusehen. Gerade bei Langzeitbelichtungen am Tag sind die Dinger eigentlich sehr wichtig und hilfreich 🙂
        Manchmal ist es ja so hell, dass man die Blende schon ganz geschlossen hat und trotzdem noch genug Licht hineinkommt. Dann kann man gar keine sehr langen Verschlusszeiten mehr machen. Das ist aber manchmal schon erwünscht, gerade wenn du z.B Meer ganz glatt ziehen möchtest. Dann muss man ebend auch mal lange belichten am Tag und das geht dann nur mit einem starken ND Filter 🙂

        Viele Grüße! Elena

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